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Aktuell · 06.07.2026 09:46

Cédric Jubillar legt Geständnis ab und kündigt Hinweise zum Verbleib von Delphine an

Im Fall der 2020 verschwundenen Delphine Jubillar hat ihr Ehemann Cédric seinem Anwalt ein schriftliches Geständnis übermittelt. Er will Ermittlern den mutmaßlichen Ablageort der Leiche nennen.

Cagnac-les-Mines – 06.07.2026: In einer überraschenden Wendung im Fall Delphine Jubillar hat deren Ehemann Cédric seinem Verteidiger ein handschriftliches Geständnis übergeben. Darin erkenne der 38-Jährige nach übereinstimmenden Medienberichten seine Verantwortung für den Tod der im Dezember 2020 verschwundenen Krankenschwester an. Zugleich kündigte er an, den Ermittlern Hinweise zum mutmaßlichen Ablageort des Körpers zu liefern. Die regionalen Medien, darunter La Dépêche du Midi, berichten von einem Schreiben sowie ergänzenden mündlichen Schilderungen aus der Haft.

Das Geständnis könnte einen der meistbeachteten französischen Kriminalfälle der vergangenen Jahre in eine neue Phase führen. Cédric Jubillar hatte seine direkte Verantwortung bisher bestritten. Sein Anwalt Pierre Debuisson bestätigte den Erhalt des Schreibens und stellte eine öffentliche Stellungnahme in Aussicht. Aus Ermittlerkreisen liegt bislang keine offizielle Bestätigung der neuen Angaben vor; die Staatsanwaltschaft ist nach Medienberichten informiert. Konkrete Ortsangaben oder Koordinaten wurden nicht veröffentlicht. Spekuliert wird über einen Ort in der Nähe des früheren Wohnhauses des Paares im Département Tarn.

Der Fall hatte seit der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2020 landesweit für Aufsehen gesorgt. Umfangreiche Suchaktionen mit Hundestaffeln, Drohnen und Tauchern blieben jahrelang ohne Ergebnis. Im Oktober 2025 wurde Cédric Jubillar in erster Instanz zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt; ein Berufungsverfahren war vorgesehen. Sollte nun ein Leichnam gefunden werden, könnten forensische Untersuchungen Aufschluss über Todesursache, Tatzeitpunkt und mögliche Tatwerkzeuge geben und damit auch Verfahrensfragen im Rechtsmittelzug beeinflussen.

Juristisch eröffnet ein Geständnis mehrere Schritte: Die Staatsanwaltschaft kann ergänzende Ermittlungen anordnen, frühere Zeugen erneut vernehmen und neue Suchaktionen an bislang nicht untersuchten Arealen starten. Für die Angehörigen von Delphine würde ein möglicher Fund die Möglichkeit zur Identifizierung und zu einem formellen Abschied bedeuten, zugleich aber eine erneute psychische Belastung. Vertreter der Familie erklärten laut Franceinfo, man hoffe auf Ergebnisse in den kommenden Tagen oder Wochen, mahne jedoch zur Vorsicht, solange keine Bestätigung durch die Justiz vorliege.

Der Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Zusammenarbeit von Polizei, Justiz und Medien in langwierigen Vermissten- und Tötungsdelikten. Beobachter verweisen darauf, dass späte Geständnisse in komplexen Verfahren häufig zu Nachermittlungen führen und frühere Hypothesen korrigieren. Offizielle Mitteilungen der zuständigen Behörden stehen weiterhin aus; die aktuelle Nachrichtenlage beruht auf den vorliegenden Presseberichten und der Ankündigung des Verteidigers.

Quellen

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