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À la une · 29.03.2025 08:20

Chikungunya auf La Réunion: Alarmstufe Rot für die französische Insel

Die Tropenidylle von La Réunion bekommt derzeit einen bitteren Beigeschmack. Seit Jahresbeginn breitet sich dort das Chikungunya-Virus mit beängstigender Geschwindigkeit aus – über 8 600 Fälle wurden bereits gemeldet. Besonders schockierend: Allein in der Woche...

Die Tropenidylle von La Réunion bekommt derzeit einen bitteren Beigeschmack. Seit Jahresbeginn breitet sich dort das Chikungunya-Virus mit beängstigender Geschwindigkeit aus – über 8 600 Fälle wurden bereits gemeldet. Besonders schockierend: Allein in der Woche vom 3. bis 9. März sind fast 3 000 Neuinfektionen dazugekommen.

Die Behörden haben reagiert und die Stufe 4 des Notfallplans ORSEC ausgelöst – ein klares Signal: Die Lage ist ernst. Von „mittlerer Intensität“ ist die Rede, doch bei den betroffenen Menschen sieht das oft ganz anders aus.

Südliche Gemeinden besonders betroffen

Die Epidemie erfasst mittlerweile das gesamte Territorium La Réunions. Brennpunkt bleibt der Süden der Insel, insbesondere die Gemeinde Le Tampon. Auch in La Possession, Saint-André, Saint-Paul und Sainte-Suzanne schnellen die Zahlen in die Höhe.

Wer sich noch an die verheerende Welle 2005–2006 erinnert, bekommt nun ein ungutes Déjà-vu. Damals breitete sich das Virus nicht nur auf der Insel aus, sondern erreichte auch die französische Metropole und andere Überseegebiete. Droht nun eine Wiederholung?

Kampf den Mücken – im Akkord

Ohne Atempause arbeitet man vor Ort daran, die Überträger des Virus, die Aedes-Mücken, in Schach zu halten. 150 Einsatzkräfte sind täglich unterwegs. Unterstützt werden sie von 79 frisch rekrutierten Hilfskräften sowie einem eigens eingeflogenen Ingenieur aus Paris. Ihre Mission: Larvennester aufspüren, zerstören und gleichzeitig aufklären.

Rund 700 Hausbesuche und 400 Insektizidbehandlungen stehen täglich auf dem Programm. Ein Kraftakt – aber einer, der entscheidend sein könnte.

Ein Hoffnungsschimmer aus der Pharmabranche

Pünktlich zur Krise bringt der französische Impfstoffhersteller Valneva Bewegung in die Sache. 40 000 Dosen des neuen Impfstoffs IXCHIQ® sollen ab Anfang April zur Verfügung stehen. Bezahlt vom Staat, verteilt nach klaren Kriterien: Vorrang haben Menschen über 65 mit Vorerkrankungen.

Dieser Impfstoff ist der erste seiner Art – offiziell zugelassen gegen Chikungunya. Ob er das Spiel tatsächlich drehen kann?

Gesundheitssystem am Limit

In den Notaufnahmen macht sich der Anstieg deutlich bemerkbar. Innerhalb einer Woche kletterte die Zahl der Behandlungen von 78 auf 128. Seit August 2024 mussten 24 Menschen stationär aufgenommen werden, drei davon mit besonders schweren Verläufen.

Und es gibt tragische Nachrichten: Zwei Todesfälle – beide Senioren, einer davon mit bekannten Vorerkrankungen. Solche Meldungen gehen unter die Haut.

Aufklärung, Prävention, Solidarität

Das Gesundheitsamt appelliert eindringlich an die Bevölkerung. Wer sein Umfeld mückenfrei hält – etwa durch das Entfernen von stehendem Wasser in Blumentöpfen, Eimern oder Regenrinnen – hilft aktiv mit, die Verbreitung des Virus zu stoppen. Auch das Tragen von langer, heller Kleidung, die Nutzung von Insektenspray oder Mückennetzen sind essenzielle Schutzmaßnahmen.

Ein kostenloser Info-Service unter der Nummer 0 800 110 000 bietet Beratung – unkompliziert und direkt.

Was bedeutet das alles für die Zukunft?

Diese Epidemie zeigt auf brutale Weise, wie fragil das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur ist – besonders in Zeiten globaler Mobilität und Klimawandel. Krankheiten, die früher als tropisch galten, sind längst nicht mehr so „fern“, wie sie einst schienen.

Wenn wir nicht bald begreifen, dass Mücken nicht einfach nur nerven, sondern echte Bedrohungen darstellen, dann... ja, was dann?

Vielleicht hilft uns diese Krise, den erneuten Weckruf ernst zu nehmen. Nicht mit Angst, sondern mit Entschlossenheit – gemeinsam, informiert und aktiv.

Von C. Hatty

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