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Aktuell · 17.07.2026 19:30

Ciotti fordert Untersuchung zu Winterspielen 2030

Der Bürgermeister von Nizza, Eric Ciotti, verlangt eine parlamentarische Untersuchung zur Organisation und Finanzierung der Winterspiele 2030 in den französischen Alpen. Die Forderung trifft auf ein Projekt, das nach einer Führungskrise seine Strukturen und…

Paris – 17.07.2026: Eric Ciotti fordert die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission zur Organisation und Finanzierung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2030 in den französischen Alpen. Der Bürgermeister von Nizza und seine Partei UDR begründen den Vorstoss mit schwerwiegenden internen Funktionsstörungen und mangelhafter Führung. Eine solche Forderung setzt die politisch ohnehin sensible Vorbereitung der Spiele weiter unter Druck.

Der Anlass ist die Anhörung von Edgar Grospiron, dem Präsidenten des Organisationskomitees Cojop Alpes 2030, und dessen Generaldirektor Vincent Roberti am 15. Juli in der Nationalversammlung. Beide legten den Abgeordneten einen Zwischenstand vor. Roberti, der sein Amt erst Mitte Juni antrat, kündigte eine Neuordnung der Zuständigkeiten zwischen Präsidium, Generaldirektion und Exekutivorganen an.

Die Neuorganisation ist eine Reaktion auf eine monatelange Führungskrise. Im Dezember 2025 und zu Beginn dieses Jahres hatten mehrere Verantwortliche das Komitee verlassen. Eine staatliche Inspektion empfahl daraufhin, die Entscheidungswege klarer zu fassen. Roberti erklärte vor dem Parlamentsausschuss, das Komitee müsse nun eine stabile und dauerhaft handlungsfähige Verwaltung aufbauen. Gegenwärtig beschäftigt es rund 100 Personen; bis kurz vor den Spielen soll die Zahl auf etwa 2000 steigen.

Auch der Finanzrahmen bleibt ein zentraler Streitpunkt. Das im Oktober 2025 verabschiedete erste Mehrjahresbudget des Cojop beläuft sich auf 2,132 Milliarden Euro. Nach Angaben der Organisatoren sollen 75 Prozent durch private Mittel gedeckt werden. Die Haushaltsplanung soll im Oktober überprüft werden, nachdem Ende Juni die Karte der Wettkampfstätten bestätigt worden war und zusätzliche Einnahmen sowie Einsparungen erwartet werden.

Als wichtigen Posten nennen die Verantwortlichen die Verlegung des Eis-Sektors von Nizza nach Lyon. Sie beziffern die dadurch erwartete Entlastung auf 100 Millionen Euro. Zugleich ist die private Finanzierung noch nicht gesichert: Der Veranstalter strebt rund 50 Partner verschiedener Kategorien an und rechnet mit 563 Millionen Euro an Sponsorengeldern. Nach Darstellung Grospirons waren Mitte Juli erst 24 Prozent dieses Ziels verbindlich abgesichert.

Ciottis Forderung zielt damit auf einen Bereich, der über sportorganisatorische Fragen hinausgeht: die Kontrolle öffentlicher Garantien, regionaler Beiträge und privater Einnahmeerwartungen. Der Staat hatte das Gesetz zur Durchführung der Winterspiele am 5. Februar 2026 endgültig verabschiedet. Es enthält unter anderem Sonderregeln für öffentliche Aufträge, Planung, Sicherheit und Infrastruktur sowie Vorgaben für eine strenge Kontrolle öffentlicher Ausgaben.

Eine Untersuchungskommission ist allerdings noch nicht eingesetzt. In der Nationalversammlung besteht bereits eine Arbeitsgruppe zur Begleitung der Vorbereitung der Winterspiele 2030. Ob aus Ciottis Initiative ein formeller parlamentarischer Untersuchungsauftrag wird, hängt von den erforderlichen Verfahrensschritten und politischen Mehrheiten ab. Die Forderung erhöht jedoch den Druck auf das Cojop, seine neue Führungsstruktur, den überarbeiteten Haushalt und die Finanzierung transparent darzulegen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Nationalversammlung
  • Ministerium für Sport, Jugend und Vereinswesen
  • Le Monde

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