Aktuell · 17.07.2026 14:01
CNOSF fordert rasche Klarheit über Pass Sport vor Schulbeginn
Das französische Olympische und Sportkomitee kritisiert die ausstehenden Regeln für den Pass Sport 2026. Vereine und Familien hätten wenige Wochen vor Beginn des neuen Schuljahres noch keine verlässliche Grundlage für ihre Planung.
Paris – 17.07.2026: Das Französische Nationale Olympische und Sportkomitee (CNOSF) erhöht den Druck auf die Regierung, die Bedingungen des Pass Sport für das Schuljahr 2026/2027 unverzüglich offenzulegen. In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung warnte der Dachverband, die anhaltende Ungewissheit erschwere Familien und Sportvereinen die Vorbereitung auf den Saisonstart im September erheblich.
Der Pass Sport ist ein staatlicher Zuschuss, der einkommensschwächeren Familien sowie bestimmten jungen Menschen mit Behinderung und Stipendiaten die Anmeldung in einem Sportverein oder einer zugelassenen Sporteinrichtung erleichtern soll. Die Förderung wird als unmittelbarer Preisnachlass bei der Vereinsmitgliedschaft oder beim Erwerb einer Lizenz gewährt. Nach Angaben des Ministeriums akzeptieren mehr als 85.000 Vereine und Einrichtungen das Programm.
Auf dem offiziellen Internetportal heißt es bislang lediglich, die Kampagne 2026/2027 werde in Kürze eröffnet. Angaben zu Anspruchsberechtigten, Höhe der Unterstützung, Versand der Zugangscodes und genauen Einlösefristen fehlen dort jedoch. Gerade diese technischen und sozialen Kriterien sind für Vereine bedeutsam, da sie ihre Anmeldungen, Zahlungsmodalitäten und Budgets in den Sommermonaten vorbereiten.
Das CNOSF sieht darin nicht nur ein Verwaltungsproblem. Der Verband argumentiert, dass ein spät kommuniziertes Förderverfahren seine sozialpolitische Wirkung verliere: Familien müssten häufig bereits vor Beginn des Schuljahres über eine Mitgliedschaft entscheiden. Können sie nicht verlässlich mit dem Zuschuss rechnen, könnte dies insbesondere bei Kindern aus Haushalten mit begrenztem Einkommen den Vereinsbeitritt verzögern oder verhindern.
Der Konflikt knüpft an die Neuausrichtung des Programms im Vorjahr an. Für die Saison 2025/2026 war der Zuschuss von 50 auf 70 Euro angehoben worden, während der Kreis der Berechtigten bei den Empfängern der Schulbeihilfe im Wesentlichen auf Jugendliche von 14 bis 17 Jahren begrenzt wurde. Menschen mit Behinderung und bestimmte Stipendiaten blieben weiterhin einbezogen.
Nach einem Bericht von L'Équipe fordern rund 300 Vertreter des organisierten Sports, darunter Kommunalpolitiker und Verbandspräsidenten, nun eine rasche Veröffentlichung der Regeln. Dabei geht es auch um die Frage, ob jüngere Kinder wieder stärker berücksichtigt werden. Eine endgültige staatliche Festlegung für die neue Kampagne lag am Freitag öffentlich nicht vor.
Die Auseinandersetzung verweist auf ein strukturelles Problem der französischen Sportpolitik: Staatliche Hilfen entfalten ihre Wirkung nur, wenn ihre Regeln rechtzeitig vor den jährlichen Einschreibungen feststehen. Das CNOSF verlangt deshalb nicht primär eine Ausweitung des Instruments, sondern administrative Planungssicherheit. Ob und in welchem Umfang die Regierung darauf reagiert, dürfte für die Herbstanmeldungen in den Vereinen entscheidend sein.
Quellen
- CNOSF
- Ministerium für Sport, Jugend und Vereinswesen
- L'Équipe
- Légifrance