À la une · 10.02.2022 10:00
Covid-19: Studie aus Toulouse bestätigt, dass man gegen Omikron schlechter geschützt ist
Das Virologielabor der Universitätsklinik Toulouse untersuchte bei Covid-19-positiven Personen, wie hoch ihr Antikörperspiegel vor der Infektion war. Die Forscher verglichen insbesondere die Werte einer Infektion durch die Omikron-Variante mit einer Infektion durch die Delta-Variante....
Das Virologielabor der Universitätsklinik Toulouse untersuchte bei Covid-19-positiven Personen, wie hoch ihr Antikörperspiegel vor der Infektion war. Die Forscher verglichen insbesondere die Werte einer Infektion durch die Omikron-Variante mit einer Infektion durch die Delta-Variante. Es überrascht nicht, dass der Antikörperspiegel viel höher sein muss, um vor Omikron geschützt zu sein.
Das Virologielabor des Centre Hospitalier Universitaire (CHU) in Toulouse setzt seine Studien zum Schutz vor Covid-19 fort. Nachdem das Team im September 2021 einen Artikel über die Mindestschwelle an Antikörpern veröffentlicht hatte, die erforderlich ist, um vor einer Infektion mit dem Covid-19 Stamm Alpha (englische Variante) geschützt zu sein, versuchte es nun, die Werte für die Delta- und Omicron-Varianten zu klären. Die Ergebnisse wurden nun in der Zeitschrift "Journal of infection" veröffentlicht.
Für die Studie analysierte das Team um Prof. Jacques Izopet die Daten aus 1.169 positiven Tests auf Covid-19 mit der Delta-Variante (durchgeführt zwischen dem 1. September 2021 und dem 1. Dezember 2021) und die Daten aus 1.169 positiven Tests auf Covid-19 mit der OmiKron-Variante (durchgeführt zwischen dem 15. November 2021 und dem 12. Januar 2022). Für jeden Fall war der Antikörperspiegel gegen SARS-CoV-2 bekannt. Um einen möglichst guten Vergleich zwischen den mit der Delta-Variante und den mit Omikron infizierten Personen zu bekommen, wurden die Daten zu Alter, Geschlecht und Impfstatus so ausgesucht, dass sie in beiden Gruppen identisch waren.
Wenig überraschend ergab sich im Zusammenhang mit dem sprunghaften Anstieg der Covid-Fälle seit Ende 2021, dass der Antikörperspiegel viel höher sein muss, um gegen eine Infektion mit der Omikron-Variante im Vergleich zur Delta-Variante geschützt zu sein. "Wir haben beobachtet, dass 90% der Infektionen mit Omikron bei Personen auftreten, deren Antikörperspiegel bei 6.967 Einheiten/ml oder darunter liegt. Bei Delta treten 90% der Infektionen auf, wenn der Antikörperspiegel 2.905 Einheiten/ml oder weniger beträgt. Zur Erinnerung: Eine Infektion mit der Alpha-Variante erfolgte (in 90% der Fälle), wenn dieser Wert kleiner oder gleich 1.098 Einheiten/ml war", heisst es in den ergebnissen des Universitätsklinikums Toulouse.
Bemerkenswert war auch, dass 73,5% der mit Omikron infizierten Personen bereits zwei Impfdosen gegen Covid-19 erhalten hatten, 22,1% hatten eine Impfdosis erhalten, häufig nach einer ersten Covid-Infektion, und nur 4,4% der mit der Omikron-Variante infizierten Personen wiesen eine Impfung mit drei Dosen auf. "Die dritte Dosis führt zu einem höheren Antikörperspiegel, und das ist notwendig, um eine Infektion mit Omikron zu verhindern. Unsere Zahlen bestätigen Hinweise, die bislang vermutet wurden", sagt die Biostatistikerin Chloé Dimeglio. "Diese Daten sind wichtig, um den Antikörpergehalt zu kennen, der für den Schutz von Risikopersonen erforderlich ist, die nicht gut auf eine Impfung ansprechen (insbesondere Immunsupprimierte) und denen man möglicherweise alternative Strategien vorschlagen muss".
Der nächste Schritt für das Virologielabor des Universitätsklinikums Toulouse wird sein, die Auswirkungen von Omikron auf Personen zu analysieren, die mit drei Dosen geimpft wurden, die zum Zeitpunkt der vorliegenden Analyse noch recht selten waren.