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Aktuell · 16.07.2026 17:01

Danny Boyles “Ink” eröffnet die Mostra von Venedig

Danny Boyles Medienbiopic "Ink" feiert am 2. September Weltpremiere und eröffnet den Wettbewerb der 83. Filmfestspiele von Venedig. Guy Pearce verkörpert Rupert Murdoch, Jack O'Connell den legendären "Sun"-Chefredakteur Larry Lamb.

Venedig – 16.07.2026: Die 83. Filmfestspiele von Venedig beginnen mit einem Film über die Macht der Schlagzeile. Danny Boyles "Ink" eröffnet die Mostra am Mittwoch, 2. September 2026, im großen Saal des Palazzo del Cinema auf dem Lido. Das Werk wird dort seine Weltpremiere feiern und zugleich im Wettbewerb um den Goldenen Löwen laufen. Das Festival dauert bis zum 12. September.

Boyle, der mit Filmen wie "Trainspotting" und "Slumdog Millionaire" eine unverwechselbar nervöse, körperliche Bildsprache geprägt hat, widmet sich diesmal einem Kapitel britischer Mediengeschichte. Im Zentrum steht Rupert Murdochs Kauf der Tageszeitung "The Sun" im Jahr 1969. Aus dem Blatt sollte unter seiner Führung ein Boulevardmedium werden, dessen Ton, Auflage und politischer Einfluss das Vereinigte Königreich über Jahrzehnte mitprägten.

Das Drehbuch schrieb James Graham nach seinem gleichnamigen Theaterstück. Graham gehört in Großbritannien zu den genauer beobachtenden Chronisten des politischen und gesellschaftlichen Betriebs; seine Stücke und Serien kreisen oft um Institutionen, Wahlkämpfe und die Risse hinter den offiziellen Fassaden. "Ink" erzählt nicht schlicht den Aufstieg eines Medienunternehmers, sondern die Geburt einer neuen publizistischen Maschine: schnell, laut, populär und keineswegs folgenlos.

Guy Pearce übernimmt die Rolle Murdochs. Jack O'Connell spielt Larry Lamb, den Chefredakteur, mit dem Murdoch die Zeitung auf einen radikal veränderten Kurs brachte. Claire Foy gehört ebenfalls zur Besetzung. Gerade diese Konstellation macht die Verfilmung interessant: Der Stoff handelt von Männern, die Öffentlichkeit herstellen, doch seine eigentliche Frage gilt dem Preis einer Öffentlichkeit, die Aufmerksamkeit zur härtesten Währung erklärt.

Die Bühnenfassung von "Ink" wurde 2017 in London uraufgeführt und später am Broadway gezeigt. Dort erhielt das Stück mehrere Tony-Auszeichnungen und wurde vor allem für seine rasante Dramaturgie wahrgenommen. Boyle hat nun die Gelegenheit, die Enge von Redaktionsräumen, Druckereien und Machtgesprächen in Kino zu verwandeln. Dass ein Film über Zeitungsmacher ein großes Festival eröffnet, besitzt dabei eine feine, beinahe altmodische Pointe.

Die künstlerische Leitung der Mostra liegt erneut bei Alberto Barbera. Mit der Wahl von "Ink" setzt das Festival früh ein Zeichen für ein Programm, das die Geschichte der Medien nicht als fernes Archivthema behandelt. Murdochs "Sun" entstand lange vor sozialen Netzwerken und digitaler Empörungskonjunktur. Gerade deshalb dürfte Boyles Film die Gegenwart streifen: als Geschichte darüber, wie Nachrichten zum Spektakel werden – und wie das Spektakel zurück in die Politik findet.

Quellen

  • La Biennale di Venezia
  • Associated Press
  • franceinfo

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