À la une · 29.04.2025 06:54
Der Countdown läuft: Macron will Waffenstillstand in der Ukraine erzwingen
Die kommenden Tage könnten entscheidend sein. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte in einem Interview mit dem Magazin Paris Match an, dass Frankreich und die Vereinigten Staaten in den nächsten acht bis zehn Tagen den...
Die kommenden Tage könnten entscheidend sein. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte in einem Interview mit dem Magazin Paris Match an, dass Frankreich und die Vereinigten Staaten in den nächsten acht bis zehn Tagen den Druck auf Russland deutlich erhöhen wollen. Ziel sei es, endlich die Bedingungen für ein belastbares Waffenstillstandsabkommen zu schaffen – ein Ziel, das derzeit vor allem an Moskaus Widerstand scheitert.
Ein Schlüsselmoment im Mai?
„Die nächsten fünfzehn Tage werden entscheidend sein, um die Umsetzung des Waffenstillstands voranzubringen“, erklärte Macron am Montag, 28. April. Das Waffenstillstandsangebot, das von den USA angestoßen, von der Ukraine akzeptiert und von den europäischen Partnern unterstützt wird, wartet bisher auf eine Zustimmung Russlands.
Macron schilderte, dass er bereits in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag mit US-Präsident Donald Trump telefoniert habe, um ihn zu einer härteren Haltung gegenüber Wladimir Putin zu drängen. Am Wochenende nutzte Macron die Gelegenheit eines Treffens im Vatikan, wo Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Gesprächen zusammenkamen, um persönlich nachzulegen: „Ich habe ihm gesagt: Wir müssen viel härter gegenüber den Russen auftreten“, berichtet Macron.
Der französische Präsident zeigte sich zufrieden: Durch die Begegnung in Rom habe man es geschafft, die internationale Aufmerksamkeit wieder stärker auf Russland zu lenken – ein Signal, das längst überfällig gewesen sei.
Ziel: Bedingungen für einen belastbaren Waffenstillstand schaffen
Für Macron ist klar: Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Waffenstillstand liegt in einer abgestimmten Strategie mit den USA. Er forderte, dass amerikanische Vertreter möglichst schnell nach Kiew reisen sollten, um gemeinsam mit der Ukraine klare Bedingungen und Sicherheitsgarantien zu entwickeln.
„Wir müssen bereit sein, zusammen mit den Amerikanern, die Tonlage gegenüber Russland zu verschärfen, um den Waffenstillstand durchzusetzen“, bekräftigte Macron. Diese Entschlossenheit soll verhindern, dass die Verhandlungen erneut ins Stocken geraten oder Moskau weiter auf Zeit spielt.
Symbolträchtige europäische Treffen stehen bevor
In den kommenden Tagen setzt Macron auch auf enge europäische Koordination: Am 7. Mai wird er den neuen deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz zu dessen erstem Staatsbesuch in Paris empfangen. Zwei Tage später, am 9. Mai, wird Macron gemeinsam mit dem polnischen Premierminister Donald Tusk in Nancy ein historisches „Freundschaftsabkommen“ zwischen Frankreich und Polen unterzeichnen – ein klares Zeichen für den Schulterschluss der EU-Staaten angesichts der russischen Bedrohung.
Parallel kündigte Russland für den 8. Mai überraschend eine dreitägige Waffenruhe an. Ob und wie Emmanuel Macron auf diese Initiative reagieren wird, bleibt offen.
Eine entscheidende Phase beginnt
Inmitten wachsender internationaler Spannungen zeigt Macron Entschlossenheit, den Druck auf Moskau in den kommenden Tagen substanziell zu erhöhen. Der Monat Mai könnte damit tatsächlich zu einem Wendepunkt im Ukraine-Krieg werden – oder zu einer weiteren verpassten Chance.
Von Andreas M. B.