Tag & Nacht

„Es gibt eine existenzielle Gefahr für die Juden, wenn das Rassemblement National (RN) an die Macht kommt“, warnte Samuel Lejoyeux, Präsident der Union der jüdischen Studenten Frankreichs (UEJF), am Montag, dem 17. Juni, auf dem Sender Franceinfo. Diese Aussage erfolgte im Kontext der überraschenden Ankündigung des Historikers Serge Klarsfeld, im Falle einer Stichwahl zwischen dem RN und dem neuen Linksbündnis im zweiten Wahlgang der Parlamentswahlen für den RN zu stimmen.

Samuel Lejoyeux sieht in Klarsfelds Aussage ein alarmierendes Symbol für das immense Unbehagen, das die jüdische Gemeinschaft derzeit angesichts der bevorstehenden Wahlen in Frankreich empfindet. Er betont: „Es gibt eine Dynamik des Antisemitismus in Frankreich.“ Lejoyeux betrachtet Klarsfelds Position als schweren Fehler, sowohl moralisch als auch politisch. Seiner Meinung nach stellt der RN eine klare Gefahr für die jüdische Gemeinschaft dar, nicht nur aufgrund seiner historischen Wurzeln, sondern auch wegen seines aktuellen politischen Programms.

Die Linke und der Antisemitismus

Auch die linke Partei La France Insoumise, die ein wichtiger Teil des neuen Linksbündnisses ist, steht unter Beschuss. Lejoyeux wirft der Partei vor, sich mit Antisemiten zu verbünden, was ihren moralischen Standpunkt in Bezug auf den Antisemitismus untergrabe. Er hebt aber hervor, dass die Gefahr durch den RN besonders groß sei, und führt dies auf deren „Erbe und Programm“ zurück. „Wir stehen vor zwei Blöcken, die beide die Sicherheit der Juden gefährden“, stellt er klar.

Kylian Mbappé und der Aufruf zur Wahl

Interessanterweise fand Lejoyeuxs Warnung Resonanz bei prominenten Persönlichkeiten wie Kylian Mbappé. Der Fußballstar rief die Jugend während einer Pressekonferenz in Deutschland im Rahmen der Euro 2024 dazu auf, wählen zu gehen, um extremistische Parteien zu bekämpfen. Lejoyeux begrüßte Mbappés Engagement und betonte die Bedeutung solcher Aufrufe in diesen turbulenten Zeiten.

Die bevorstehenden Parlamentswahlen in Frankreich haben eine intensive Debatte über Antisemitismus und die politische Zukunft des Landes ausgelöst. Samuel Lejoyeuxs Warnung vor dem RN und seine Kritik an der Linken verdeutlichen die komplexe und bedrohliche Lage, in der sich die jüdische Gemeinschaft derzeit befindet. Die Stimmen prominenter Persönlichkeiten wie Kylian Mbappé könnten jedoch ein positiver Impuls sein, um eine breitere Wahlbeteiligung und ein stärkeres Engagement gegen Extremismus zu fördern.

Was bleibt, ist die Frage: Wird die jüdische Gemeinschaft in Frankreich gehört werden – und welche Richtung wird das Land nach den Wahlen einschlagen?


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