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Alle Artikel · 08.11.2024 11:28

Die Glocken von Notre-Dame läuten wieder: Ein Symbol der Wiedergeburt fünf Jahre nach dem großen Brand

Am Freitag erklangen in Paris lang erwartete Töne: Die Glocken des Nordturms von Notre-Dame läuteten zum ersten Mal seit dem verheerenden Brand vor fünf Jahren. Dieser symbolträchtige Moment ist ein weiterer Schritt in der...

Am Freitag erklangen in Paris lang erwartete Töne: Die Glocken des Nordturms von Notre-Dame läuteten zum ersten Mal seit dem verheerenden Brand vor fünf Jahren. Dieser symbolträchtige Moment ist ein weiterer Schritt in der Wiederherstellung einer der berühmtesten Kathedralen der Welt. Notre-Dame – ein UNESCO-Weltkulturerbe und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Europas – bereitet sich darauf vor, am 7. Dezember wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu sein.

Ein Klang, der Hoffnung und Geschichte vereint

Die acht Glocken des Nordturms, die nun durch Motoren wieder in Bewegung gesetzt wurden, läuteten gemeinsam zum ersten Mal seit dem Brand vom April 2019. Philippe Jost, Leiter des öffentlichen Restaurierungsprojekts, sprach mit bewegten Worten von einer „wichtigen, symbolischen Etappe“. Auch Alexandre Gougeon, der Projektleiter für die Wiederanbringung der Glocken, zeigte sich berührt: „Es ist ein schöner Abschluss.“ Nach einem Test jeder einzelnen Glocke am Vortag erklangen sie nun gemeinsam – ein Moment, den viele sehnsüchtig erwartet hatten.

Die Glocken – von „Gabriel“ bis „Jean-Marie

Im Zuge der Restaurierung mussten die Glocken behutsam aus dem Turm entfernt, von bleihaltigem Staub gereinigt und schließlich restauriert werden. Die acht Glocken tragen die Namen bedeutender Persönlichkeiten der Kirche und des Pariser Erzbistums. Die größte Glocke, „Gabriel“, wiegt über vier Tonnen, während die kleinste, „Jean-Marie“ (nach Kardinal Jean-Marie Lustiger, dem früheren Erzbischof von Paris), etwa 800 kg auf die Waage bringt. Bereits im September waren die Glocken bei einer privaten Zeremonie gesegnet und feierlich in die Kathedrale zurückgebracht worden.

Eine Mammutaufgabe: 700 Millionen Euro und 250 Unternehmen

Das Wiederaufbauprojekt von Notre-Dame war nicht nur eine technische, sondern auch eine finanzielle und logistische Herausforderung. Rund 250 Unternehmen und hunderte Kunsthandwerker waren an der Restaurierung beteiligt. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf etwa 700 Millionen Euro, finanziert durch Spenden, die nach dem Brand weltweit zusammenkamen und die stolze Summe von 846 Millionen Euro erreichten.

Große Erwartungen für die Wiedereröffnung im Dezember

Während die Details der Eröffnungszeremonie noch geheim bleiben, verriet Philippe Jost auf RTL, dass „großartige internationale Künstler“ die Feierlichkeiten begleiten werden – eine Ankündigung, die viel Spekulation ausgelöst hat. In der Presse wurde bereits über eine mögliche Teilnahme von Paul McCartney, dem ehemaligen Beatles-Mitglied, spekuliert. Sicher ist bislang nur, dass Präsident Emmanuel Macron das Wort in der Kathedrale ergreifen wird, um dieses historische Ereignis zu würdigen. Jost erklärte: „Wenn wir am 7. Dezember vor einer wiedereröffneten Notre-Dame stehen, dann auch, weil Macron dieses ehrgeizige Fünf-Jahres-Ziel gesetzt hat.“

Notre-Dame, die vor dem Brand 12 Millionen Besucher jährlich zählte, wird nach ihrer Wiedereröffnung voraussichtlich noch mehr Anziehungskraft haben: Man rechnet mit 14 bis 15 Millionen Besuchern pro Jahr. Um den Besucherandrang besser zu steuern, wird es eine neue Beschilderung, ein überarbeitetes Leitsystem und ein Online-Reservierungssystem geben.

Ein neues Gesicht für eine alte Schönheit

Beim Betreten der Kathedrale erwartet die Besucher ein überarbeitetes Interieur: Ein zentraler, minimalistischer Mittelgang aus dunklem Bronze, ein moderner Reliquienschrein aus Zedernholz und Glas, der die Dornenkrone Christi beherbergt, und Wände, deren Steine wieder in ursprünglichem Glanz erstrahlen. Die Renovierung hat Notre-Dame nicht nur sicherer gemacht, sondern ihr auch eine besondere Strahlkraft zurückgegeben.

Philippe Jost beschreibt die sanierte Kathedrale mit einem Wort: „Erstaunlich.“

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