DIENSTAG, 14. JULI 2026 Anmelden / Beitreten Mitgliedskonto
Zurück

Aktuell · 14.07.2026 17:45

E. Jean Carroll erhält mehr als 5,6 Millionen Dollar aus Trump-Urteil

Die frühere Kolumnistin E. Jean Carroll hat die Zahlung aus dem Zivilverfahren gegen Donald Trump erhalten. Der Betrag umfasst das Urteil von 2023 über fünf Millionen Dollar sowie aufgelaufene Zinsen.

New York – 14.07.2026: Die Schriftstellerin und frühere Kolumnistin E. Jean Carroll hat mehr als 5,6 Millionen Dollar aus einem Zivilurteil gegen US-Präsident Donald Trump erhalten. Nach Angaben aus der Gerichtsakte wurde der Betrag aus einem während des Berufungsverfahrens hinterlegten Treuhandkonto an das Anwaltsbüro Carrolls ausgezahlt. Die Zahlung umfasst die 2023 zugesprochene Entschädigung von fünf Millionen Dollar und Zinsen.

Ein Geschworenengericht in Manhattan hatte Trump im Mai 2023 zivilrechtlich für sexuellen Missbrauch und Verleumdung verantwortlich erklärt. Carroll hatte geltend gemacht, Trump habe sie Mitte der 1990er Jahre in der Umkleidekabine des New Yorker Kaufhauses Bergdorf Goodman angegriffen. Das Verfahren betraf keine strafrechtliche Verurteilung; die Jury entschied nach dem im US-Zivilrecht geltenden Massstab der überwiegenden Wahrscheinlichkeit.

Carroll veröffentlichte ihre Anschuldigungen 2019 in ihren Memoiren. Trump bestritt sie wiederholt und bezeichnete die Darstellung als erfunden. Die Jury befand jedoch, dass seine öffentlichen Äusserungen über Carroll verleumderisch gewesen seien. Das Urteil setzte sich aus Schadensersatz wegen des festgestellten sexuellen Missbrauchs und wegen der Verleumdung zusammen.

Die Auszahlung wurde möglich, nachdem der Supreme Court der Vereinigten Staaten Ende Juni 2026 Trumps Antrag nicht annahm, das Urteil aufzuheben. Danach ordnete der zuständige Bundesrichter Lewis Kaplan am 8. Juli die Freigabe des hinterlegten Geldes an. Trumps Anwälte hatten argumentiert, die Überweisung solle bis zu weiteren prozessualen Schritten ausgesetzt werden. Dieses Begehren blieb ohne Erfolg.

Die nun überwiesene Summe beendet nur einen Teil der juristischen Auseinandersetzung zwischen Carroll und Trump. In einem getrennten Verleumdungsverfahren hatte eine weitere Jury Trump im Januar 2024 zu 83,3 Millionen Dollar Schadensersatz verurteilt. Dabei ging es um Äusserungen Trumps aus dem Jahr 2019, nachdem Carroll ihre Vorwürfe öffentlich gemacht hatte. Gegen dieses zweite Urteil laufen weiterhin Rechtsmittel.

Der Fall ist auch institutionell bedeutsam, weil er die Grenzen zwischen politischer Macht und persönlicher zivilrechtlicher Haftung sichtbar macht. Trump hat die Vorwürfe und die Gerichtsentscheidungen stets zurückgewiesen. Die Auszahlung beruht jedoch auf einem rechtskräftig gewordenen Juryurteil, das nach mehreren Berufungsinstanzen nicht aufgehoben wurde.

Für Carroll, die heute 82 Jahre alt ist, bedeutet die Überweisung den tatsächlichen Vollzug eines Urteils, das mehr als drei Jahre zurückliegt. Der Vorgang zeigt zugleich, dass die Durchsetzung ziviler Ansprüche in den Vereinigten Staaten auch bei prominenten Beklagten durch Berufungen, Sicherheiten und aufgeschobene Zahlungen erheblich verzögert werden kann.

Quellen

  • Associated Press
  • Reuters
  • ABC News
  • Bloomberg Law

Nachrichten per E-Mail erhalten

Mit dem kostenlosen Mitgliedskonto von France Premium legen Sie fest, welche Hinweise Sie per E-Mail bekommen möchten: sofort bei wichtigen Meldungen oder als ruhige Tageszusammenfassung.

  • News und Tageszeitung nach Ihren Interessen
  • Wetter- und Verkehrshinweise für gewählte Regionen
  • Fußball-Liveereignisse zu ausgewählten Teams
  • Rezepte, Kultur, Veranstaltungen und Premium-Hinweise
Newsletter bestellen

Die Anmeldung ist kostenlos. Sie können Ihre Auswahl jederzeit im Mitgliedskonto ändern oder abbestellen.