Endlich wieder essen gehen – ran an die Buletten!

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Was auch immer du gerne isst, du kannst es inzwischen wieder außer Haus zu dir nehmen, und zwar nicht im Stehen oder Gehen, sondern bequem im Sitzen. Die meisten Menschen freuen sich, dass sie in diesen sommerlichen Zeiten zumindest wieder von der Außengastronomie profitieren können. Bei den derzeitigen Temperaturen macht man das am besten abends, wenn die Luft etwas kühler und der Hunger größer ist als in der Glut der Mittagshitze. Genießen wir das Sommer-Feeling! Ran an die Buletten!

Dieser Ausdruck, der ursprünglich aus Berlin kommt, ist recht salopp und nicht ganz so langweilig wie das übliche „Lass uns loslegen“. Er ruft ein deutliches Bild hervor. Man sieht förmlich, wie sich hungrige Menschen gierig auf eine große Platte mit einem Berg verlockend duftender Fleischbällchen stürzen. Der Spruch drückt auch aus, dass man mit dem richtigen Lockmittel eine Menge erreichen kann 😉

Und er enthält ein französisches Wort: „Buletten“ geht zurück auf die Verkleinerungsform von boules, meint also kleine Kugeln.

Diese Kügelchen oder Bällchen, geformt aus Hackfleisch, Brot und Gewürzen, haben ganz unterschiedliche Namen. Im Nordosten Deutschlands heißen sie Buletten, die Rheinländer nennen sie Frikadellen, in Bayern werden sie Fleischpflanzerl genannt, die Schwaben sagen Fleischküchle dazu. Wer sie nicht mag, nennt sie Hundepuffer – wobei dahingestellt sei, wie es gemeint ist – ob die Puffer am besten dem Hund gegeben werden sollten oder ob man gar wilde Vermutungen über die Herkunft des Fleisches anstellt …

Es wird angenommen, dass nicht nur der Name der Buletten, sondern auch das Rezept aus Frankreich stammt. Dort gab und gibt es die unterschiedlichsten Pasteten, deren Hauptbestandteil Hackfleisch ist. Die Hugenotten sollen das Rezept der boulettes im 17. Jh. nach Deutschland gebracht haben.

Allerdings kennt man auch in anderen Ländern solche flachgedrückten Fleischkugeln, die sich vielleicht nur durch die verwendeten Gewürze von den Buletten, wie wir sie zubereiten, unterscheiden. Unzweifelhaft ist jedenfalls die Herkunft des Wortes.

Übrigens hat auch die Bezeichnung Frikadellen ihren Ursprung in Frankreich. Fricandeau ist ein Fleischstück von der Keule, meist vom Kalb. Heute wird es meist paupiette genannt. Das Fleisch wird gebraten oder geschmort; ursprünglich ist das, was wir heute Frikadelle nennen, ein Bratenstück. Irgendwann wurde das teure Bratenfleisch durch Bällchen aus Hackfleisch, das mit Brot gestreckt wurde, ersetzt.

Als preiswerter Straßenimbiss wird die Bulette im Brötchen – seinerseits unter verschiedensten Bezeichnungen bekannt, in Berlin z. B. als Schrippe – angeboten. Aber wie meinte der ehemalige Bürgermeister des Berliner Stadtteils Neukölln, Heinz Buschkowsky (der dafür bekannt war zu sagen, was Sache ist)? „Ich esse Buletten niemals mit Schrippe, weil ich davon ausgehe, dass diese bereits in der Bulette ist.“

Auch wenn du vegetarisch oder vegan lebst und den Fleischfrikadellen, -buletten, -pflanzerl … nichts abgewinnen kannst, weil du Bratlinge ohne Fleisch oder einen Gemüseburger vorziehst – ich wünsche dir viel Genuss bei deinem nächsten Essen im Freien und bon appetit!

Deine Elisa


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