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Alle Artikel · 23.10.2024 09:14

Entführung eines Neugeborenen in Aulnay-sous-Bois: Was man bisher weiss

Ein schockierender Vorfall ereignete sich am Montagabend, dem 21. Oktober, in der Geburtsklinik des Krankenhauses Robert-Ballanger in Aulnay-sous-Bois (Seine-Saint-Denis). Ein 17 Tage altes Frühgeborenes namens Santiago wurde entführt – vermutlich von seinen eigenen Eltern....

Ein schockierender Vorfall ereignete sich am Montagabend, dem 21. Oktober, in der Geburtsklinik des Krankenhauses Robert-Ballanger in Aulnay-sous-Bois (Seine-Saint-Denis). Ein 17 Tage altes Frühgeborenes namens Santiago wurde entführt – vermutlich von seinen eigenen Eltern. Die Behörden haben am Dienstag, den 22. Oktober, eine "Alerte enlèvement" (Entführungsalarm) ausgelöst, die jedoch am selben Abend wieder aufgehoben wurde, obwohl der Säugling bislang nicht gefunden wurde.

Die Entführung in der Nacht

Santiago, der nach Angaben der Ermittler „sehr früh geboren“ wurde und eine ständige medizinische Betreuung benötigt, verschwand am Montagabend zwischen 23:00 und 23:30 Uhr aus der Klinik. Überwachungskameras zeichneten auf, wie die Eltern das Krankenhaus mit einer Tasche verließen, in der sich das Baby befunden haben könnte. Anschließend sollen sie in ein helles Fahrzeug gestiegen sein, in dem sich noch drei weitere Personen befanden.

Die Polizei versuchte mehrfach, die Mutter telefonisch zu erreichen, allerdings ohne Erfolg. Auch Besuche an den gemeldeten Wohnadressen der Eltern blieben erfolglos. Der Staatsanwalt betonte, dass eine Unterbrechung der medizinischen Versorgung für Santiago lebensbedrohlich sei.

Entführungsalarm und Ermittlungen

Am Dienstagmorgen wurde eine landesweite Entführungswarnung ausgelöst, um die Bevölkerung auf den Fall aufmerksam zu machen und Hinweise zu sammeln. Diese Warnung ermöglicht eine umfassende Verbreitung der Informationen über die Medien und auf öffentlichen Bildschirmen. Trotzdem wurde der Alarm am Abend auf Anweisung der Staatsanwaltschaft von Bobigny wieder aufgehoben – Santiago bleibt jedoch vermisst, und die Suche geht weiter.

Der Neugeborene wurde als blondhaarig beschrieben und trug bei seiner Entführung einen braunen T-Shirt (Größe 6 Monate) sowie einen dicken, weißen Pyjama aus Samt. Die Eltern, die als Hauptverdächtige gelten, wurden ebenfalls beschrieben: Der Vater ist 23 Jahre alt, trug dunkle Jeans, ein weißes T-Shirt, eine blaue Jeansjacke und eine schwarze Jacke. Die Mutter ist 25 Jahre alt, trug einen weißen Pullover, eine hellblaue ärmellose Jacke und einen grünen Rock.

Verhaftungen und Verdacht auf Flucht nach Belgien

Im Zuge der Ermittlungen wurden am Dienstagmorgen fünf Personen im Alter von 16 bis 29 Jahren in Livry-Gargan, einer nahegelegenen Stadt, verhaftet und in Gewahrsam genommen. Sie stehen unter Verdacht, an der Entführung beteiligt gewesen zu sein. Die Eltern von Santiago sind den Behörden bereits wegen früherer Delikte bekannt.

Erste Hinweise deuten darauf hin, dass das Paar in der Nacht mit dem Baby möglicherweise nach Belgien geflohen sein könnte. Die belgische Polizei hat bereits eine landesweite Suchaktion gestartet und die Bevölkerung um Mithilfe gebeten.

Was bleibt?

Der Fall sorgt landesweit für Aufsehen, nicht nur wegen der bedrohlichen Lage für das Frühgeborene, sondern auch aufgrund der Umstände der Entführung. Die Eltern scheinen fest entschlossen, mit ihrem Kind zu verschwinden, doch die Behörden setzen alles daran, Santiago schnellstmöglich zu finden und ihm die lebensnotwendige medizinische Betreuung zukommen zu lassen.

Die Frage bleibt: Wie konnten die Eltern in einer so kritischen Situation auf diese Art handeln und was treibt sie an?

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