Aktuell · 24.06.2026 18:25
Ermittlungen nach rassistischen Gesängen in Rodezer Nachtclub
Nach der Verbreitung eines Videos, das Jugendliche mit rassistischen Parolen in einem Nachtclub in Rodez zeigt, wurde eine Untersuchung wegen Volksverhetzung eingeleitet.
Rodez – 24.06.2026: In der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 2026 entstand in der Diskothek Loft89 in Rodez ein Vorfall, der nun die französische Öffentlichkeit erschüttert. Auf einem Video, das im Raucherbereich des Clubs aufgenommen wurde, sind sechs bis sieben junge Männer zu sehen, die mit erhobenen Gläsern rassistische Parolen skandieren. Der zentrale Ausruf lautete: "Marine au pouvoir, les Arabes à l’abattoir!" ("Marine an der Macht, die Araber auf die Schlachtbank!").
Das Video wurde am 21. Juni 2026 auf Plattformen wie Instagram und TikTok veröffentlicht und löste einen großen Aufschrei aus. Die anonym bleibende Urheberin des Videos berichtete, dass die Jugendlichen die Parolen mehrmals wiederholten. Während einige Gäste des Nachtclubs passiv blieben, stimmten andere den Parolen lautstark zu. Die Frau entschloss sich zu filmen, nachdem sie die Beteiligten auf ihr Verhalten angesprochen hatte.
Das Management von Loft89 reagierte prompt und veröffentlichte eine Stellungnahme, in der das Verhalten verurteilt wurde. Zudem sicherte der Club die volle Kooperation mit den Ermittlungsbehörden zu. "Wir verurteilen diese Taten aufs Schärfste und arbeiten eng mit den zuständigen Stellen zusammen", hieß es.
Auch politische Vertreter aus der Region äußerten sich schockiert über die Vorkommnisse. Laurent Alexandre, Abgeordneter des zweiten Wahlkreises von Aveyron, wandte sich am 21. Juni 2026 an die Staatsanwaltschaft und forderte eine zügige Aufklärung. Bürgermeister Stéphane Mazars betonte, dass "Rassismus keine Meinung ist" und forderte schnelle juristische Maßnahmen.
Die Organisation Tajmaât, die sich für die Rechte der maghrebinischen Gemeinschaft einsetzt, verurteilte den Vorfall scharf und startete eine Suche nach Zeugen. Sie bezeichnete die Szene als eine erneute Verharmlosung gefährlicher Diskurse, die gezielt Menschen maghrebinischer Herkunft attackieren, und sprach von einem offenen Aufruf zum Mord.
Die Staatsanwaltschaft von Rodez leitete eine Untersuchung wegen Volksverhetzung ein, die von der örtlichen Polizei übernommen wurde. Die Täter wurden bislang nicht identifiziert, es gibt jedoch Hinweise, dass es sich um lokale Studierende handelt. Die Ermittlungen laufen weiter.
Dieser Vorfall reiht sich in eine Reihe ähnlicher Fälle in Frankreich ein, bei denen rassistische Äußerungen öffentlich für Empörung und Ermittlungen sorgten. So wurde im März 2026 bereits gegen einen Kandidaten des Rassemblement National in Gap ermittelt, der in einem Online-Video rassistische und den Nationalsozialismus verherrlichende Äußerungen machte.
Die wiederholten Fälle unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen in Frankreich im Umgang mit Rassismus und Diskriminierung und verdeutlichen die Dringlichkeit entschlossener Gegenmaßnahmen.
Quellen
- Centre Presse Aveyron
- BFMTV
- Le Parisien