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Aktuell · 26.06.2026 14:08

EU-Kommission untersucht Sanofi wegen möglicher Wettbewerbsbehinderung bei Grippeimpfstoffen

Die Europäische Kommission hat eine Untersuchung gegen den Pharmakonzern Sanofi eingeleitet, da der Verdacht besteht, dass das Unternehmen durch eine Kampagne die Grippeimpfung Fluad seines Konkurrenten CSL Seqirus herabgesetzt hat.

Brüssel – 26.06.2026: Die Europäische Kommission hat eine formelle Untersuchung gegen den französischen Pharmakonzern Sanofi eingeleitet. Im Mittelpunkt steht der Verdacht, dass Sanofi durch eine Kampagne die Grippeimpfung Fluad seines Mitbewerbers CSL Seqirus herabgesetzt hat. Dabei soll Sanofi seine eigene verstärkte Grippeimpfung Efluelda mit angeblich irreführenden Botschaften an medizinisches Fachpersonal beworben haben, indem Fluad als minderwertig dargestellt und offizielle Empfehlungen in Ländern wie Deutschland und Frankreich verzerrt wurden. Diese Praktiken könnten einen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung darstellen und somit gegen Artikel 102 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union verstoßen.

Laut der Kommission sollen einige der Aussagen von Sanofi im Widerspruch zu den Empfehlungen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sowie nationaler Gesundheitsbehörden gestanden haben. Diese Untersuchung folgt auf unangekündigte Inspektionen, die Brüssel im September 2025 durchführte, und stellt einen seltenen Fall von Ermittlungen in Bezug auf Herabsetzungskampagnen im Pharmasektor dar.

Sanofi betonte, dass die Eröffnung des Verfahrens keinen Schluss auf eine tatsächliche Verletzung ziehe und dass das Unternehmen vollständig mit der Europäischen Kommission zusammenarbeite. Zudem wurde eine vorläufige Bewertung an das Unternehmen gesandt, in der es die Möglichkeit hat, Verpflichtungen vorzuschlagen, um den Fortgang des Verfahrens zu verhindern.

Diese Entwicklung kommt zu einer Zeit, in der Sanofi bereits mit anderen Wettbewerbsuntersuchungen konfrontiert ist. Erst kürzlich wurde das Unternehmen in Frankreich zu einer Geldstrafe von 150 Millionen Euro verurteilt, weil es den Markteintritt von Generika seines Antikoagulans Plavix behindert hatte.

Die Untersuchung der Europäischen Kommission unterstreicht die Bedeutung fairer Wettbewerbspraktiken im Pharmasektor, insbesondere im Bereich der Impfstoffe, die für die öffentliche Gesundheit von entscheidender Bedeutung sind. Die Ergebnisse dieser Untersuchung könnten weitreichende Auswirkungen auf die Wettbewerbslandschaft im europäischen Impfstoffmarkt haben.

Die Europäische Kommission hat in der Vergangenheit bereits Unternehmen wie Teva mit hohen Geldstrafen belegt, weil sie ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht hatten, um den Wettbewerb zu behindern. Solche Maßnahmen sollen sicherstellen, dass der Markt für Arzneimittel und Impfstoffe fair und transparent bleibt, zum Wohl der Verbraucher und der öffentlichen Gesundheit.

Die laufende Untersuchung gegen Sanofi wird daher mit großem Interesse verfolgt, da sie wichtige Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit und Fairness im europäischen Pharmamarkt aufwirft.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung könnten nicht nur für Sanofi, sondern für die gesamte Branche von Bedeutung sein und zukünftige Wettbewerbspraktiken im Pharmasektor maßgeblich beeinflussen.

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