Aktuell · 16.07.2026 18:30
Fall Jubillar: Knochenreste nach neuer Suchaktion im Tarn entdeckt
Nach Angaben der Justiz sind am Donnerstag im Tarn Knochenreste an einem Ort gefunden worden, den Cédric Jubillar den Ermittlern genannt haben soll. Ob die Funde Delphine Jubillar zuzuordnen sind, müssen nun rechtsmedizinische Untersuchungen…
Cagnac-les-Mines – 16.07.2026: Auf einem abgelegenen Gelände im Tarn haben Ermittler Knochenreste entdeckt. Der Fund erfolgte an einer Stelle, die Cédric Jubillar den Behörden nach seinen jüngsten Angaben als Ablageort des Leichnams seiner Ehefrau Delphine genannt haben soll. Die Suche wurde unter Beteiligung von Ermittlern und forensischen Fachleuten durchgeführt.
Der Generalstaatsanwalt am Berufungsgericht Toulouse, Nicolas Jacquet, erklärte am Donnerstag, es handele sich um Knochenreste, die möglicherweise menschlichen Ursprungs seien. Sie seien an dem von Jubillar bezeichneten Ort gefunden worden. Eine Identifizierung gibt es bislang nicht. Erst die nun anstehenden rechtsmedizinischen und genetischen Untersuchungen können klären, wem die Überreste zuzuordnen sind.
Delphine Jubillar, geborene Aussaguel, war in der Nacht zum 16. Dezember 2020 aus dem gemeinsamen Haus in Cagnac-les-Mines nahe Albi verschwunden. Die damals 33-jährige Krankenpflegerin blieb trotz jahrelanger, umfangreicher Suchmaßnahmen verschwunden. Ihr Fall wurde zu einem der bekanntesten Vermissten- und Strafverfahren Frankreichs, gerade weil ein Leichnam lange nicht gefunden worden war.
Cédric Jubillar war im Oktober 2025 in erster Instanz wegen Mordes an seiner Ehefrau zu 30 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Nach Medienberichten und Angaben aus dem Justizumfeld hatte er am 6. Juli 2026 schriftlich erklärt, für ihren Tod verantwortlich zu sein, und seine Mitwirkung bei der Suche angeboten. Das Berufungsverfahren war ab dem 21. September 2026 in Toulouse vorgesehen.
Die Entdeckung verändert den Stand des Verfahrens, beantwortet aber noch nicht die entscheidenden Fragen. Ermittler müssen den Fundort sichern, die Spurenlage dokumentieren und prüfen, ob weitere Überreste oder Gegenstände vorhanden sind. Auch die Todesursache und die genauen Umstände des Verschwindens bleiben offen, solange die Sachverständigen keine belastbaren Ergebnisse vorgelegt haben.
Für die Angehörigen von Delphine Jubillar ist die Nachricht zugleich ein möglicher Schritt zu Gewissheit und ein schmerzhafter neuer Moment in einem mehr als fünfeinhalb Jahre dauernden Verfahren. Die Familie hatte wiederholt darauf gehofft, Delphine finden und ihr eine würdige Bestattung ermöglichen zu können. Die Justiz mahnt jedoch zur Zurückhaltung, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind.
Die Staatsanwaltschaft und die Ermittlungsbehörden haben zunächst keine abschließende Bewertung des Fundes abgegeben. Fest steht nur: Die am Donnerstag begonnenen Arbeiten im Tarn haben einen neuen forensischen Ansatzpunkt geliefert. Ob daraus ein eindeutiger Nachweis im Fall Delphine Jubillar wird, hängt nun von den Laboranalysen und den weiteren Ermittlungen ab.
Quellen
- Franceinfo
- AFP via Boursorama
- TF1
- Generalsstaatsanwaltschaft am Berufungsgericht Toulouse