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Aktuell · 20.07.2026 22:00

Fast 40.000 Hektar seit Jahresbeginn durch Brände zerstört

In Frankreich sind seit Beginn des Jahres 2026 fast 40.000 Hektar Wald und Vegetation verbrannt. Innenminister Laurent Nunez spricht von einer außergewöhnlich schweren frühen Brandsaison.

Frankreich – 20.07.2026: Wald- und Vegetationsbrände haben in Frankreich seit Jahresbeginn nach Angaben von Innenminister Laurent Nunez nahezu 40.000 Hektar zerstört. Die Fläche liegt damit bereits über dem gesamten Wert des Jahres 2025. Der Minister sprach am Montag von einer außergewöhnlich belastenden Lage für die Einsatzkräfte, die an mehreren Brandorten gleichzeitig ausrücken mussten.

Die Bilanz verdeutlicht, wie früh und intensiv die Brandsaison 2026 begonnen hat. Noch Anfang Juli hatte die Regierung von rund 8.700 verbrannten Hektar und etwa 7.000 registrierten Brandausbrüchen berichtet. Wenige Tage später meldete die Gendarmerie nach dem großen Waldbrand bei Fontainebleau bereits annähernd 32.000 Hektar verbrannte Fläche und fast 10.000 Vegetationsbrände im Land.

Besonders im Fokus standen zuletzt Brände in verschiedenen Regionen, darunter der Großbrand im Wald von Fontainebleau in Seine-et-Marne. Dort zerstörte das Feuer nach Angaben der Gendarmerie mehr als 2.000 Hektar Wald. Rund 900 Einwohner aus Achères-la-Forêt und Le Vaudoue waren vorsorglich in Sicherheit gebracht worden. Die Ermittlungen zur Ursache dieses Brandes wurden der Staatsanwaltschaft Fontainebleau übertragen.

Nunez erklärte zudem, dass seit Jahresbeginn landesweit 111 Personen im Zusammenhang mit Bränden festgenommen worden seien. Aus der Zahl lässt sich jedoch keine Aussage darüber ableiten, wie viele Feuer vorsätzlich gelegt wurden oder welche Verfahren zu Verurteilungen führen. Die Ermittlungen zu einzelnen Bränden werden jeweils von Polizei, Gendarmerie und Justiz geführt.

Die Regierung hatte bereits Anfang Juli eine interministerielle Krisenrunde in Marseille einberufen. Hohe Temperaturen, trockene Vegetation und Wind erhöhen in vielen Gebieten die Gefahr einer schnellen Ausbreitung. Innenministerium und Zivilschutz setzen auf die Mobilisierung von Feuerwehr, Luftfahrzeugen und Verstärkungskräften, zugleich aber auch auf eine verstärkte Prävention in gefährdeten Regionen.

Nach Angaben des Innenministeriums sind die meisten Wald- und Vegetationsbrände auf menschliches Verhalten zurückzuführen und grundsätzlich vermeidbar. Offenes Feuer, das Verbrennen von Gartenabfällen, Funkenflug bei Arbeiten sowie achtlos weggeworfene Zigaretten können unter trockenen Bedingungen ausreichen, um einen Brand auszulösen. Für Grundstückseigentümer bleibt das vorgeschriebene Entfernen leicht entzündlicher Vegetation ein wichtiger Schutz.

Die nun gemeldete Gesamtfläche zeigt, dass sich die Belastung nicht auf den traditionellen Mittelmeerraum beschränkt. Der Brand bei Fontainebleau machte deutlich, dass auch Regionen nördlich von Paris von großen Waldbränden betroffen sein können. Für die kommenden Wochen bleibt entscheidend, ob Hitze, Trockenheit und Wind die Ausbreitung weiterer Feuer begünstigen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium des Innern Frankreich
  • Nationale Gendarmerie
  • Französische Regierung
  • AFP via Boursorama

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