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Alle Artikel · 07.07.2025 07:34

Feuerhölle an der A61 – Fast 500 Hektar Wald bei Douzens in Flammen aufgegangen

Es begann mit einem Auto, das in Flammen aufging. Samstag, der 5. Juli 2025, 13:30 Uhr, irgendwo auf der A61 bei Douzens im Département Aude. Ein Fahrzeug brannte lichterloh auf dem Seitenstreifen. Funken sprühten,...

Es begann mit einem Auto, das in Flammen aufging.

Samstag, der 5. Juli 2025, 13:30 Uhr, irgendwo auf der A61 bei Douzens im Département Aude. Ein Fahrzeug brannte lichterloh auf dem Seitenstreifen. Funken sprühten, schwarze Rauchschwaden zogen über die Fahrbahn, als plötzlich der Wind die Glut über die trockene Vegetation blies.

Und dann geschah, wovor Feuerwehrleute in Südfrankreich stets warnen: Innerhalb kürzester Zeit verwandelte sich ein kleiner Autobrand in einen Flächenbrand gewaltigen Ausmaßes.

Die Natur hatte keine Chance.

Die Flammen fraßen sich durch Sträucher, Kiefern und trockene Gräser. Böen von bis zu 60 km/h peitschten das Feuer weiter an, ließen es springen, kreisen, tanzen. Douzens, Moux und Fontcouverte waren plötzlich bedrohte Orte auf der Landkarte des Aude.

Die Route départementale 212 wurde gesperrt, um Feuerwehr und Rettungskräften Platz zu machen. Aus der Ferne konnte man die Löschflugzeuge hören – dieses dumpfe Grollen, das Hoffnung und Furcht zugleich bringt.

https://twitter.com/pignot1/status/1941806163894374752

Denn wer die Dash- und Canadair-Flugzeuge am Himmel sieht, weiß: Das Feuer ist groß. Zu groß für Schläuche allein.

Fast 500 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Sie kamen aus allen Teilen der Region, unterstützt von zwei Dash-Löschflugzeugen, vier Canadair und zwei Helikoptern, die unermüdlich Wasser auf die Brandherde warfen. Jeder Löschflug brachte nur Minuten der Ruhe, bevor das Feuer sich erneut aufbäumte.

Die Bilanz bis Sonntagmorgen: 488 Hektar verbrannte Landschaft.

Das sind fast 700 Fußballfelder – ein grauschwarzes Narbenfeld, durchzogen von dampfender Erde und verkohlten Baumstümpfen. Zwar galt der Brand am Sonntag als „fixiert“, aber von Entwarnung kann keine Rede sein. Über Nacht flammten immer wieder Glutnester auf. Die Feuerwehr sprach von einem „nicht unter Kontrolle stehenden“ Feuer.

Die Meteorologen gaben zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer: Ab Sonntagmittag sollten die Winde abflauen. Doch die Präfektur blieb wachsam, warnte vor vorschneller Erleichterung. Denn jeder Funken im Boden, jede heiße Wurzel kann ein neues Inferno entfachen.

https://twitter.com/le_Parisien/status/1941807299636367506

Frankreichs Süden ist ein Pulverfass in der heißen Jahreszeit.

Die Feuerwehr warnt seit Wochen vor höchster Waldbrandgefahr. Hitze, Trockenheit, der Mistral und plötzliche Böen – eine explosive Mischung. Der Brand bei Douzens zeigt erneut, wie schnell es geht. Von null auf 500 Hektar – in wenigen Stunden.

Was bleibt, ist Dankbarkeit.

Dankbarkeit gegenüber den hunderten Feuerwehrleuten, die auch in der Nacht unermüdlich mit Feuerspritzen, Wasserleitungen und Bulldozern kämpften. Dankbarkeit gegenüber den Piloten, die im Tiefflug Wasser abwerfen. Dankbarkeit gegenüber all jenen, die still im Hintergrund arbeiten, um solche Brände zu verhindern oder ihre Folgen zu lindern.

Denn das Feuer fragt nicht, wer ihm entgegentritt.

Es brennt einfach weiter – bis kein Funken mehr übrig ist.

Autor: Andreas M. B.

https://twitter.com/trafic_sud/status/1941926564234514510

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