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Alle Artikel · 17.08.2025 07:02

Flugtragödie in den Alpen: Zwei erfahrene Piloten sterben bei Absturz von Flugzeug und Segelflugzeug

Ein sonniger Samstag in den französischen Alpen endet in einer Tragödie. Am 16. August 2025 stürzen nahe des kleinen Flugfeldes Barcelonnette-Saint-Pons in den Alpes-de-Haute-Provence ein Schleppflugzeug und der von ihm gezogene Segelflieger ab. Beide...

Ein sonniger Samstag in den französischen Alpen endet in einer Tragödie. Am 16. August 2025 stürzen nahe des kleinen Flugfeldes Barcelonnette-Saint-Pons in den Alpes-de-Haute-Provence ein Schleppflugzeug und der von ihm gezogene Segelflieger ab. Beide Piloten – ein 78-jähriger Schweizer und ein 79-jähriger Deutscher – überleben den Unfall nicht.

Sekunden nach dem Start

Es ist kurz nach 13 Uhr, als das Gespann aus Motorflugzeug und Segler abhebt. Alles scheint zunächst Routine – ein Vorgang, wie er täglich auf unzähligen Segelflugplätzen Europas stattfindet. Doch wenige Minuten später das Unfassbare: Über der Gemeinde Saint-Pons kommt es zu Problemen, beide Maschinen stürzen ab. Beim Aufprall entzündet sich das trockene Buschwerk, doch die Feuerwehr kann den Brand rasch löschen.

Zwei Männer, die jahrzehntelang fliegerische Erfahrung gesammelt haben, finden hier ihr Ende. Ein tragischer Moment, der eine ganze Region erschüttert.

Ermittlungen laufen

Die genauen Ursachen sind noch unklar. War es ein technisches Problem? Ein Steuerfehler? Oder eine Verkettung unglücklicher Umstände? Um diese Fragen zu klären, hat die Gendarmerie-Spezialeinheit für Luftfahrtunfälle (BGTA) aus Roissy und Marseille die Ermittlungen übernommen. Sie wird die Wrackteile untersuchen, Funkaufzeichnungen auswerten und mögliche Zeugenaussagen sammeln.

Bis Ergebnisse vorliegen, bleibt viel Raum für Spekulation – und noch mehr für stille Trauer.

Ein Flugplatz mit schwerer Geschichte

Für das kleine Flugfeld Barcelonnette-Saint-Pons ist dies nicht das erste Unglück. Bereits im Dezember 2022 verunglückte dort ein Pilot tödlich. Nun reiht sich ein weiteres Kapitel in diese tragische Chronik ein. Für den örtlichen Aero-Club, aber auch für die internationale Segelfluggemeinschaft ist dies ein harter Schlag.

Freizeitfliegen – wie sicher ist es wirklich?

Segelfliegen gilt als eine der schönsten Arten, den Himmel zu erleben: lautlos über Berge gleiten, vom Aufwind getragen. Doch die Statistik zeigt, dass es Risiken gibt. Allein 2024 wurden in Frankreich 14 Segelflugunfälle registriert, bei denen zwei Menschen ums Leben kamen und sieben schwer verletzt wurden. Zählt man auch Motorflugzeuge, Helikopter und Ultraleichtflugzeuge hinzu, kamen in jenem Jahr insgesamt 30 Menschen bei Freizeitluftfahrtunfällen ums Leben.

Natürlich sind solche Zahlen im Vergleich zum Straßenverkehr winzig. Doch sie zeigen: Auch wer „nur zum Spaß“ fliegt, bewegt sich in einem Umfeld, in dem kleinste Fehler oder technische Defekte fatale Folgen haben können.

Zwischen Leidenschaft und Gefahr

Warum steigen Menschen trotzdem in ein Segelflugzeug? Vielleicht, weil der Traum vom Fliegen stärker ist als die Angst. Weil es Momente gibt, in denen man hoch über den Gipfeln schwebt und die Welt plötzlich klein wirkt – Momente, die jeden Aufwand, jedes Risiko rechtfertigen.

Doch die aktuelle Tragödie erinnert brutal daran, dass dieser Traum nie frei von Schatten ist. Auch erfahrene Piloten, die ihr Handwerk seit Jahrzehnten beherrschen, sind nicht unverwundbar.

Was bleibt

Für die Angehörigen der beiden Männer bleibt der Schmerz. Für die Luftfahrtbehörden bleibt die Aufgabe, Antworten zu finden. Und für die Gemeinschaft der Segelflieger bleibt die Frage: Wie können wir aus solchen Unfällen lernen, um künftige zu verhindern?

Vielleicht werden die Ergebnisse der Untersuchung helfen, Sicherheitsstandards anzupassen oder technische Verbesserungen einzuführen. Vielleicht bleibt auch manches unerklärlich.

Sicher ist nur eines: Dieses Unglück wird in Barcelonnette nicht vergessen werden.

Autor: Daniel Ivers

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