Aktuell · 15.07.2026 19:30
Fontainebleau: Feuerwehr bekämpft weiter Glutnester im Wald
In der Forêt de Fontainebleau halten rund 950 Einsatzkräfte die seit Sonntag brennenden Feuer unter Kontrolle. Doch im torfigen Boden können sich Glutnester erneut entzünden. Evakuierte Bewohner kehren schrittweise zurück, während die Justiz zu…
Fontainebleau – 15.07.2026: Der Rauch ist vielerorts dünner geworden, die Gefahr aber noch nicht vorbei. In der Forêt de Fontainebleau kämpften am Mittwoch rund 950 Feuerwehrleute weiter gegen wieder aufflammende Brandherde. Die Feuer gelten als eingegrenzt, jedoch nicht als gelöscht. Seit Sonntag haben die Flammen in dem Waldmassiv rund 2.000 Hektar Vegetation erfasst.
Im Gebiet der Trois-Pignons und nahe der Faisanderie konzentriert sich die Arbeit auf den Boden. Torfige Schichten können Hitze über lange Zeit speichern und das Feuer unterirdisch weitertragen. Windböen reaktivierten am Mittwoch einzelne Stellen. Die Einsatzleitung rechnet deshalb damit, dass die Kräfte noch mehrere Tage zum Ablöschen und zur Kontrolle im Wald bleiben müssen.
Aus der Luft unterstützten am Mittwoch drei Canadair-Löschflugzeuge, ein Dash-Flugzeug, zwei Löschhubschrauber und ein Führungshubschrauber die Mannschaften am Boden. Nach Angaben des stellvertretenden SDIS-77-Leiters Sébastien Avenel ist das Feuer weiterhin innerhalb seines bisherigen Perimeters. Jeder verbliebene Glutpunkt müsse jedoch gezielt bewässert werden, damit aus ihm kein neuer Waldbrand entsteht.
Für die Anwohner beginnt zugleich eine vorsichtige Rückkehr. Bewohner von Le Vaudoué, die am Sonntag teilweise ihre Häuser verlassen mussten, durften nach der Entwarnung vom Dienstagabend wieder in ihre Gemeinde. Zuvor waren nach Angaben der Gendarmerie rund 900 Menschen aus Achères-la-Forêt und Le Vaudoué in Sicherheit gebracht worden. Gendarmen sicherten Zufahrten, Evakuierungsbereiche und den Einsatz der Rettungskräfte.
Parallel zu den Löscharbeiten laufen mehrere Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft Fontainebleau beantragte am Mittwoch Untersuchungshaft für zwei junge Erwachsene, gegen die wegen unterschiedlicher Brandherde vom Montag ermittelt wird. Ein Mann soll laut Staatsanwaltschaft einen Brand durch eine weggeworfene Zigarette ausgelöst haben. Ein weiterer Beschuldigter, freiwilliger Feuerwehrmann, hatte zunächst Angaben zu einem Feuer gemacht und diese später zurückgenommen.
Für beide gilt die Unschuldsvermutung. Gegen sie wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Zerstörung durch Brand eröffnet. Zudem prüft die Justiz den Ursprung eines größeren Feuers nahe der Autobahn A6. Dort waren am Dienstag zwei weitere Personen in Gewahrsam genommen worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird auch ein unbeabsichtigter Brand im Zusammenhang mit Arbeiten am Straßenrand untersucht.
Der Brand trifft einen der bekanntesten und ökologisch empfindlichen Wälder Frankreichs, etwa 60 Kilometer südöstlich von Paris. Für die Feuerwehr ist er längst mehr als ein einzelner Großeinsatz: Er zeigt, wie schnell aus trockener Vegetation, Wind und mehreren Zünd
Quellen
- AFP via Boursorama
- Gendarmerie nationale
- Franceinfo RSS-Hinweis