Aktuell · 11.07.2026 04:50
Französische Mandelproduktion wächst deutlich – neue Anbauprojekte im Süden
Frankreich baut seine Mandelproduktion aus: In Südregionen entstehen neue Plantagen, Verarbeitungsanlagen und Vermarktungsinitiativen. Branchenangaben zufolge sollen die heimischen Mengen in den kommenden Jahren spürbar steigen.
Provence – 11.07.2026: Frankreich treibt den Aufbau einer eigenen Mandelwirtschaft voran. In den südlichen Regionen – von der Provence über das Languedoc bis nach Okzitanien – melden Kooperativen und Erzeugergemeinschaften neue Pflanzungen und erste Investitionen in die Verarbeitung. Ziel ist es, einen bislang fast vollständig importabhängigen Markt partiell zu bedienen und regionale Wertschöpfung zu schaffen. Nach Angaben aus Branchenberichten und Medienbeiträgen entstehen derzeit Veredelungs- und Sortieranlagen, während Landwirte Flächen auf trockenheitsverträgliche Kulturen wie Mandeln umstellen.
Der Markt gilt als attraktiv: Mandeln sind in Frankreich als Snack, Zutat in Backwaren und zunehmend als Basis pflanzlicher Getränke gefragt. Laut Berichten aus dem öffentlichen Rundfunk und Tageszeitungen importiert Frankreich noch immer den Großteil seines Bedarfs, vor allem aus Kalifornien und Spanien. Zugleich sondieren Akteure wie die Kooperative Sud Amandes und die Compagnie des Amandes Wege, um Anbau, Verarbeitung und Vermarktung zu verzahnen. Das umfasst Baumschulkapazitäten für geeignete Sorten, die Einrichtung von Knack- und Schälstationen sowie Logistikpartnerschaften mit Großmärkten wie Rungis bei Paris.
Für Landwirte spielen Wasser- und Klimarisiken eine zentrale Rolle. Mandelbäume gelten als vergleichsweise robust gegenüber Trockenphasen, benötigen jedoch eine sorgfältige Sorten- und Standortwahl sowie Frostschutz in der Blüte. Begleitprogramme mit dem Office français de la biodiversité verweisen auf die Bedeutung von Hecken, Bestäuberförderung und Tropfbewässerung, um Erträge zu stabilisieren und die Biodiversität in neuen Hainen zu sichern. Beratungsangebote der Agrarverwaltung und Netzwerke von Erzeugergemeinschaften unterstützen zudem bei Pflanzplanung, Pflanzenschutz und Zertifizierungen.
Auch die Verarbeitungskapazitäten werden ausgebaut. Erste regionale Stationen für Trocknung, Kalibrierung und Verpackung sollen Transportwege verkürzen und die Rückverfolgbarkeit verbessern. Händler berichten von Tests mit französischer Ware im Großhandel; Marktpreise bleiben aufgrund kleinerer Mengen und höherer Produktionskosten bislang über Importniveau. Branchenkenner rechnen jedoch damit, dass wachsende Flächen, effizientere Prozesse und eine klarere Qualitätspositionierung die Preisdifferenz künftig verringern könnten.
Verbraucherseitig setzen Produzenten auf kurze Lieferketten, Herkunftskennzeichnung und Rezepturen für Bäckereien, Pâtisserien und Feinkost. Parallel prüfen Verarbeiter den Einsatz heimischer Mandeln in Mischungen, um die Verfügbarkeit zu strecken. Agrarberichte verweisen darauf, dass der Ausbau mehrere Jahre benötigt: Bis neue Bäume in den Vollertrag kommen, vergehen in der Regel drei bis fünf Jahre. Branchenstimmen erwarten daher zunächst moderate, später deutlichere Volumenzuwächse. Für Frankreich eröffnet sich damit eine zusätzliche Kultur im mediterranen Acker- und Dauerkulturbau – mit Chancen für Betriebe im Süden und einer breiteren Versorgung des heimischen Markts.
Quellen
- franceinfo
- Le Parisien
- Office français de la biodiversité
- Sud Amandes
- Foodomarket
- FranceAgriMer