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Aktuell · 25.06.2026 13:45

Französische Nationalversammlung verabschiedet Gesetz gegen Ultra-Fast-Fashion – Linke Abgeordnete enthalten sich

Inmitten einer Hitzewelle hat die französische Nationalversammlung ein Gesetz verabschiedet, das auf die Bekämpfung der Ultra-Fast-Fashion abzielt. Linke Abgeordnete enthielten sich bei der Abstimmung. Der Text wird voraussichtlich am kommenden Montag im Senat endgültig…

Paris – 25.06.2026: Inmitten einer außergewöhnlichen Hitzewelle hat die französische Nationalversammlung am 24. Juni 2026 ein Gesetz beschlossen, das die Ultra-Fast-Fashion-Industrie stärker regulieren soll. Dieser Entschluss folgt auf eine parteiübergreifende Diskussion über die umweltschädlichen Folgen der schnelllebigen Modebranche, die insbesondere durch Online-Plattformen wie Shein und Temu geprägt wird.

Der Gesetzentwurf, der von der Abgeordneten Anne-Cécile Violland von der Partei Horizons eingebracht wurde, sieht unter anderem die Einführung eines Malus-Systems vor. Firmen der Ultra-Fast-Fashion könnten demnach mit einem zusätzlichen Preisaufschlag von bis zu 50 Prozent belegt werden, um so die extrem schnellen Produktions- und Vertriebszyklen zu bremsen. Dieser Malus soll ab dem 1. September 2026 in Kraft treten und vor allem Anbieter treffen, die durch ihre Praktiken erhebliche ökologische und wirtschaftliche Schäden verursachen.

Trotz der breiten Unterstützung in der Nationalversammlung kam es zu Enthaltungen bei den Abgeordneten linker Parteien. Diese äußerten Zweifel an der Effektivität und Reichweite des Gesetzes. Sie fordern weitergehende Maßnahmen, die über Preiserhöhungen hinausgehen und eine umfassendere Regulierung der Modeindustrie mit stärkeren Sozial- und Umweltauflagen beinhalten.

Das Gesetz sieht zusätzlich vor, Werbung für Ultra-Fast-Fashion-Produkte stärker zu beschränken, um die Nachfrage nach nachhaltigeren Alternativen zu fördern. Die Regierung betont, dass dies ein wichtiger Schritt zum Schutz der Umwelt und zur Stärkung der heimischen Textilwirtschaft sei.

Das Gesetz wurde bereits im März 2024 von der Nationalversammlung und im Juni 2025 vom Senat einstimmig angenommen, bevor es jetzt mit den aktuellen Anpassungen erneut bestätigt wurde. Nun steht die endgültige Abstimmung im Senat an, die für den 29. Juni 2026 erwartet wird. Nach der Verabschiedung soll das Gesetz in Kraft treten und die festgelegten Maßnahmen umgesetzt werden.

Die Modeindustrie steht weltweit unter Druck, nachhaltigere Produktions方法 zu entwickeln. Frankreich geht mit diesem Gesetz voran, da die Ultra-Fast-Fashion-Branche für einen erheblichen Anteil an Umweltverschmutzung und Ressourcenverbrauch verantwortlich gemacht wird. Die Maßnahmen könnten auch als Signal für andere EU-Länder dienen, ähnliche Initiativen zu ergreifen.

Gegner des Gesetzes warnen jedoch vor möglichen negativen Folgen für den Binnenmarkt und die Verbraucherpreise, insbesondere da viele Kleidungsstücke heute aus dem Ausland importiert werden. Die Debatte über das optimale Gleichgewicht zwischen Umweltschutz, Wirtschaft und sozialer Gerechtigkeit wird wohl weiter anhalten.

Insgesamt zeigt die Gesetzesverabschiedung den politischen Willen Frankreichs, der Modeindustrie klare ökologische Grenzen zu setzen und den Trend zu schneller und billiger Massenproduktion zumindest zu bremsen.

Quellen

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