Aktuell · 30.06.2026 08:56
Französische Rettungskräfte helfen in Venezuela: Suche nach Überlebenden nach Erdbeben geht weiter
Nach den schweren Erdstößen vom 24. Juni unterstützen französische Spezialisten der Sécurité civile die Suche in La Guaira und Caracas. Die Opferzahlen steigen, Hilfsstrukturen werden hochgefahren, doch Logistik und Nachbeben bremsen die Einsätze.
Caracas – 30.06.2026: Französische Rettungseinheiten sind weiterhin in den von den schweren Erdbeben betroffenen Regionen Venezuelas im Einsatz. Teams der Unité d'instruction et d'intervention de la sécurité civile n°7 (UIISC 7) trafen am Flughafen von Maiquetía ein und arbeiten seitdem mit internationalen Such- und Bergungskräften zusammen, um Verschüttete zu lokalisieren und medizinische Ersthilfe zu leisten. Die Arbeiten konzentrieren sich auf besonders betroffene Zonen in La Guaira und nördlichen Bezirken von Caracas.
Nach Angaben der venezolanischen Behörden ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 1.719 gestiegen, rund 5.034 Menschen wurden verletzt. Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass Zehntausende vermisst werden. Fachleute warnen, dass die Überlebenschancen unter Trümmern mit jeder Stunde sinken. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Notunterkünften, sauberem Wasser und basismedizinischer Versorgung. In mehreren Stadtteilen wurden provisorische Sammelpunkte für Evakuierte eingerichtet, während Kliniken über Kapazitätsgrenzen arbeiten.
Aus den betroffenen Gebieten liegen Bilder von eingestürzten Wohnhäusern und beschädigter Infrastruktur vor. In La Guaira sind Wohnblöcke und öffentliche Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen, zudem wurden Hafenanlagen beeinträchtigt. Behörden versuchen, die Kaianlagen schrittweise für Hilfslieferungen zu öffnen, um Trinkwasser, Zelte, Generatoren und Feldküchen schneller verteilen zu können. Fehlende Hebegeräte, verstopfte Zufahrten und wiederkehrende Nachbeben erschweren jedoch die Arbeit der Einsatzkräfte.
Frankreichs Außenministerium teilte mit, man stehe in engem Kontakt mit den venezolanischen Behörden und sei bereit, zusätzliche Unterstützung über den EU‑Katastrophenschutzmechanismus zu koordinieren. Vor Ort übernehmen französische Teams vor allem Suchmaßnahmen mit Hunden, medizinische Erstversorgung und die technische Bewertung einsturzgefährdeter Strukturen. Die Botschaft betreut zudem französische Staatsangehörige und unterstützt bei der Weiterleitung von Hilfsangeboten.
Die UN bereiten weitere Materiallieferungen vor und sondieren gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen die Lage, um Prioritäten bei Wasseraufbereitung, Hygiene und Notunterkünften zu setzen. Aus der Bevölkerung wächst der Druck, bestimmte Viertel schneller zu versorgen; Medien berichten über Engpässe bei Rettungsfahrzeugen und Treibstoff. Parallel prüfen lokale Stellen die Einhaltung von Bauvorschriften und leiten Sicherungsmaßnahmen an beschädigten Gebäuden ein, um zusätzliche Risiken zu vermeiden.
Die internationalen Teams arbeiten rund um die Uhr, um noch mögliche Überlebende zu finden und Versorgungslücken zu schließen. Wie rasch weitere Hilfe ankommt, hängt von der Stabilisierung zentraler Verkehrsachsen, der Aufnahmefähigkeit der Häfen und der Koordination zwischen nationalen und internationalen Akteuren ab. Für die kommenden Tage wird mit einer Ausweitung der humanitären Unterstützung gerechnet, sofern Transportwege offen bleiben und Nachbeben die Arbeiten nicht erneut unterbrechen.
Quellen
- AFP via 24Heures
- Le Monde
- France Diplomatie
- Franceinfo