Aktuell · 14.07.2026 19:45
Freiwilliger Feuerwehrmann gesteht möglichen Ausloeser eines Waldbrands bei Fontainebleau
Nach den schweren Waldbränden im Raum Fontainebleau hat ein freiwilliger Feuerwehrmann nach Angaben der Staatsanwaltschaft eingeräumt, bei Arbonne-la-Forêt einen Brand entfacht zu haben. Die Ermittlungen zur genauen Zuordnung der Brandherde laufen weiter.
Fontainebleau – 14.07.2026: Über dem Waldgebiet südlich von Paris liegt noch immer der Geruch von Rauch. Während Einsatzkräfte die Brandstellen in der Forêt de Fontainebleau sichern, hat die Staatsanwaltschaft einen ersten wichtigen Ermittlungsschritt bekanntgegeben: Ein freiwilliger Feuerwehrmann soll eingeräumt haben, in Arbonne-la-Forêt einen Brand verursacht zu haben.
Die Staatsanwältin von Fontainebleau, Diane Ngomsik, teilte mit, der junge Mann habe erklärt, er habe mit einem Feuerzeug und Benzin trockenes Reisig angezündet. Der Beschuldigte war am Montag festgenommen worden. Angaben zu möglichen Motiven machten die Ermittlungsbehörden zunächst nicht. Auch über seinen weiteren rechtlichen Status wurde am Dienstagabend noch nichts mitgeteilt.
Nach Angaben der Justiz haben mehrere Personen im Zusammenhang mit verschiedenen Brandherden Aussagen gemacht. Ein weiterer junger Mann soll eingeräumt haben, durch eine weggeworfene Zigarette unbeabsichtigt Feuer ausgelöst zu haben. Eine dritte Person befand sich wegen am Montag entdeckter Brandausbrüche weiterhin in Polizeigewahrsam. Für alle Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung, bis ein Gericht entschieden hat.
Offen ist insbesondere, welcher der einzelnen Brände auf welche Handlung zurückgeht. Die Ermittler müssen Brandorte, Spuren und Zeugenaussagen miteinander abgleichen. Dass ein Beschuldigter eine Handlung schildert, bedeutet noch nicht automatisch, dass damit die Ursache des gesamten verheerenden Feuers geklärt ist. Die Untersuchungen der Gendarmerie und der Staatsanwaltschaft dauern an.
Seit Sonntagabend, dem 12. Juli, hatten zwei Feuer den Bereich um Noisy-sur-École und Arbonne-la-Forêt erfasst. Nach Angaben der Präfektur wurden mehr als 2.000 Hektar Vegetation in Mitleidenschaft gezogen. Mehr als 800 Feuerwehrleute waren zeitweise im Einsatz. Am Dienstag wurden beide Feuer als unter Kontrolle gemeldet, gelöscht sind sie nach Behördenangaben jedoch noch nicht vollständig.
Innenminister Laurent Nuñez hatte den Einsatzort bereits am Montag besucht. Die Gendarmerie setzte nach eigenen Angaben rund hundert Kräfte ein, um Zufahrten zu sichern, Menschen zu schützen und die Ermittlungen zu unterstützen. Für viele Anwohner und Besucher des traditionsreichen Waldmassivs bleibt die Zerstörung sichtbar: geschwärzte Kiefern, abgesperrte Wege und eine Landschaft, deren Erholung Jahre dauern kann.
Der Fall berührt die Feuerwehr besonders, weil der Beschuldigte selbst freiwillig Dienst leistete. Gerade deshalb halten sich die Behörden mit Wertungen zurück. Entscheidend wird nun sein, ob die Ermittlungen belastbar klären können, welche einzelnen Handlungen zu welchen Schäden führten und ob sich daraus strafrechtliche Verantwortung ableiten lässt.
Quellen
- Gendarmerie nationale
- Staatsanwaltschaft Fontainebleau laut TF1 Info
- AFP via Boursorama
- Anadolu Agency