Alle Artikel · 06.04.2025 11:19
Frühlingszauber im Rhônetal – Eine Osterreise voller Genuss, Geschichte und Lebensfreude
Kaum sprießen die ersten Blüten und die Sonne zeigt sich wieder öfter, da zieht es viele Reisende nach draußen – raus aus dem Alltag, rein ins Abenteuer. Wer an Ostern nicht nur Schokohasen suchen,...
Kaum sprießen die ersten Blüten und die Sonne zeigt sich wieder öfter, da zieht es viele Reisende nach draußen – raus aus dem Alltag, rein ins Abenteuer. Wer an Ostern nicht nur Schokohasen suchen, sondern auch echten Kulturschätzen auf die Spur kommen will, sollte das Rhônetal ins Auge fassen. Diese Region in Südfrankreich punktet nicht nur mit mildem Frühlingswetter, sondern auch mit einer Mischung aus historischer Pracht, lebendiger Kunstszene und einer Küche, die selbst eingefleischte Gourmets zum Schwärmen bringt.
Also, was erwartet einen zwischen Lyon und Arles? Eine ganze Menge!
Lyon – Startpunkt mit Stil
Die Reise beginnt in Lyon, dem pulsierenden Herz des französischen Ostens. Schon bei der Ankunft spürt man: Diese Stadt atmet Geschichte.
Ein Spaziergang durch Vieux Lyon – die Altstadt – fühlt sich an wie eine Zeitreise. Zwischen verwinkelten Gassen, bunten Fassaden und charmanten kleinen Cafés verstecken sich sogenannte "Traboules", alte Geheimgänge, die einst von Seidenhändlern genutzt wurden. Wer gerne hinter die Fassaden schaut, ist hier genau richtig.
Nur wenige Schritte (und ein kurzer, aber steiler Aufstieg) weiter wartet auf dem Fourvière-Hügel die prächtige Basilika. Von dort oben? Hat man ganz Lyon auf dem Silbertablett – eine Aussicht, die auch eingefleischte Städtereisende beeindruckt.
Und wenn die Füße müde sind? Dann einfach im Parc de la Tête d'Or die Seele baumeln lassen. Zwischen See, Rosengarten und Gewächshaus lässt sich ein herrlich entspannter Nachmittag verbringen.
Kultur und Kulinarik: Ein starkes Duo
Lyon hat nicht nur Geschichte, sondern auch jede Menge Kultur. Im Viertel Monplaisir lässt sich die Wiege des Films bestaunen – denn hier haben die Brüder Lumière ihre ersten bewegten Bilder gezeigt. Und wer hätte gedacht, dass das Kino hier seinen Ursprung hat?
Doch was wäre Lyon ohne seine Küche? In einem der traditionellen Bouchons sollte man sich unbedingt durchprobieren. Quenelles, Andouillette oder einfach ein zart geschmortes Boeuf Bourguignon – jede Mahlzeit wird hier zum kleinen Fest. Und ja, das Glas Wein gehört selbstverständlich dazu.
Auf dem Weg nach Süden – Zwischen Weinfeldern und Lavendelduft
Die Strecke von Lyon nach Avignon ist eine Reise durch postkartenschöne Landschaften. Mal schmiegt sich die Rhône in sanften Kurven an Weinberge, mal blitzen kleine Dörfer zwischen Feldern und Hügeln hervor. Wer mit dem Zug fährt, genießt diesen Anblick ganz entspannt durchs Fenster. Noch intensiver wird’s allerdings mit dem Auto – so kann man auch mal anhalten und einen kleinen Winzerbesuch einschieben. Warum nicht?
Avignon – Stadt der Päpste und Poeten
Die nächste Station ist Avignon, eine Stadt, in der Geschichte ganz groß geschrieben wird. Der Papstpalast wirkt schon von außen wie eine Mischung aus Burg und Kathedrale. Innen entfaltet sich eine Welt voller Fresken, Gewölbe und Geschichten aus einer Zeit, als Avignon das Zentrum der katholischen Welt war.
Nur ein paar Schritte entfernt steht die Pont Saint-Bénézet – oder das, was davon übrig ist. Die berühmte Brücke, die mitten in der Rhône endet, kennt jeder aus dem Kinderlied. Doch wer wirklich drüber tanzt, versteht erst dann den Charme dieses Bauwerks.
Zwischendurch lohnt es sich, durch die kleinen Gassen zu schlendern, sich auf Plätzen niederzulassen oder in einem der kleinen Läden provenzalische Seifen, Olivenöl oder Lavendelhonig zu kaufen. Souvenirjäger haben hier leichtes Spiel.
Süßes Avignon? Absolut.
Ein Muss für Naschkatzen sind die Papelines – eine lokale Spezialität mit Schoko und Kräuterlikör. Klingt verrückt? Schmeckt herrlich!
Arles – Antikes Erbe trifft Künstlergeist
Weiter geht’s nach Arles, dem südlichsten Punkt der Osterreise. Und plötzlich fühlt man sich wie in einem römischen Amphitheater – wortwörtlich. Denn genau das steht hier mitten in der Stadt. Noch heute finden dort Konzerte, Theaterstücke oder Stierkämpfe statt. Ziemlich surreal – aber irgendwie auch ziemlich cool.
Nicht weit entfernt warten die Überreste des antiken Forums, römische Thermen und ein gut erhaltenes Theater. Und während man so durch die Stadt spaziert, begegnet einem immer wieder ein vertrauter Name: Vincent van Gogh. Der Maler lebte eine Zeitlang hier – und ließ sich von der provenzalischen Landschaft, dem Licht und den Menschen inspirieren. Heute kann man seinen Spuren folgen, auf einer Route durch die Stadt und zu seinen berühmten Motiven.
Camargue-Küche: Deftig, aber fein
Die kulinarische Landschaft verändert sich Richtung Süden. In Arles kommt Camargue-Rind auf den Teller, dazu würziger Reis aus der Region – einfach, kräftig und herrlich bodenständig. Wer sich traut, bestellt Gardianne de Taureau – Stiergulasch, das langsam geschmort auf der Zunge zergeht.
Ostern à la française
Ostern in Frankreich – das ist anders als in Deutschland. Die Glocken fliegen symbolisch nach Rom, deshalb bleiben sie von Karfreitag bis Ostersonntag still. In dieser Zeit, so erzählt man, bringen die Glocken auf ihrer Rückreise die Ostereier mit – eine charmante Erklärung, oder?
In vielen Orten im Rhônetal gibt’s zudem kleine Osterfeste, Märkte und Familienfeiern. Besonders schön: die Eiersuche in den Stadtparks, bei der Kinder lachend durch das frische Gras hüpfen. Der Frühling lebt!
Und jetzt? Einfach los!
Wer das Rhônetal zu Ostern besucht, entdeckt eine Region voller Kontraste: Zwischen Römerzeit und Renaissance, zwischen Kirchenpracht und Lavendelfeldern, zwischen Gourmettempeln und rustikalen Gasthäusern.
Die beste Art, diese Ecke Frankreichs zu erkunden? Ohne Stress, mit offenem Herzen – und mit Hunger auf mehr: mehr Geschichte, mehr Genuss, mehr Frühling.
Ein Reisebericht von V.O.Yager