Alle Artikel · 12.07.2024 09:39
Gabriel Attal strebt Vorsitz der Renaissance-Fraktion an
Premierminister Gabriel Attal hat offiziell seine Kandidatur für den Vorsitz der Renaissance-Fraktion in der französischen Nationalversammlung bekannt gegeben. Der ehemalige Fraktionsvorsitzende Sylvain Maillard erklärte am Freitag, dem 12. Juli, auf France 2, dass Attal...
Premierminister Gabriel Attal hat offiziell seine Kandidatur für den Vorsitz der Renaissance-Fraktion in der französischen Nationalversammlung bekannt gegeben. Der ehemalige Fraktionsvorsitzende Sylvain Maillard erklärte am Freitag, dem 12. Juli, auf France 2, dass Attal "wahrscheinlich der einzige Kandidat" sein werde. Die Abstimmung über den Vorsitz findet am Samstag zwischen 9 Uhr und 12 Uhr per elektronischem Votum statt.
Einheit als Schlüssel zum Erfolg
"Die Frist für die Einreichung von Kandidaturen endet heute um Mittag. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er der einzige Kandidat bleibt", so Maillard. Dies sei das Ergebnis eines "Einheitsbeschlusses", da Gérald Darmanin und Élisabeth Borne, deren Namen ebenfalls im Gespräch waren, sich nicht zur Wahl stellen werden.
Aurore Bergé, die Abgeordnete aus den Yvelines und Vorgängerin von Sylvain Maillard, unterstrich die Legitimität von Attals Kandidatur. "Er war und ist noch immer der Chef der Regierungs-Mehrheit", sagte sie gegenüber Franceinfo.
Keine Minister aus RN oder LFI
In seinem Wahlprogramm hatte sich Gabriel Attal klar gegen ein Regierungsbündnis ausgesprochen, das Minister aus dem Rassemblement National (RN) oder La France Insoumise (LFI) beinhaltet. Diese Haltung wurde bereits am Mittwoch von den Abgeordneten der Fraktion in einem gemeinsamen Statement bekräftigt, in dem sie sich für eine "Projektkoalition" mit Sozialdemokraten und gemäßigten Rechten aussprachen.
Am Vorabend seiner wahrscheinlichen Wahl zum Vorsitzenden der Renaissance-Fraktion kündigte er an, die Gruppe in "Ensemble pour la République" umbenennen zu wollen.
Neustart für die Renaissance-Fraktion
"Ich möchte unsere Methoden und unsere Organisation vollständig überdenken und dabei alle seit 2017 gewonnenen Erkenntnisse und insbesondere die seit 2022 gewonnenen Erfahrungen einbeziehen", erklärte Attal. Auffällig ist, dass er in seiner Bewerbungsschrift Emmanuel Macron mit keinem Wort erwähnt.
Die kommenden Wahlen bleiben spannend – die politische Landschaft Frankreichs wird sich neu formieren. Attals klare Abgrenzung gegen extreme politische Kräfte und sein Streben nach Einheit könnten der Renaissance-Fraktion neuen Schwung verleihen. Es bleibt abzuwarten, ob diese neuen Impulse auch den gewünschten Erfolg bringen.