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Aktuell · 21.07.2026 13:16

Galerie d’Apollon öffnet wieder – doch der Louvre-Raub bleibt sichtbar

Neun Monate nach dem Einbruch in die Galerie d'Apollon soll der Saal im Louvre am 22. Juli wieder für Besucher öffnen. Die gestohlenen Kronjuwelen bleiben verschwunden, während die Debatte über Sicherheitslücken anhält.

Paris – 21.07.2026: Im Louvre wird am Mittwoch, dem 22. Juli, ein Saal wieder geöffnet, der seit Monaten für einen besonders schmerzhaften Verlust steht. Die Galerie d'Apollon, Prunkraum der französischen Kronjuwelen, war nach dem Einbruch vom 19. Oktober 2025 geschlossen worden. Nun kehren Besucher in die lange, goldverzierte Galerie zurück – allerdings ohne die Schmuckstücke, die dort einst im Mittelpunkt standen.

Der Raub geschah am hellen Vormittag. Nach Angaben von Polizei und Kulturministerium drangen Täter mit einem an einem Fahrzeug montierten Hubgerät in den Bereich der Galerie ein. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren wegen bandenmäßigen Diebstahls und krimineller Vereinigung ein; die Ermittlungen wurden der Brigade zur Bekämpfung des Banditentums übertragen. Interpol nahm die entwendeten Objekte in seine internationale Datenbank für gestohlene Kunstwerke auf.

Acht Schmuckstücke aus dem Bestand der französischen Kronjuwelen werden weiterhin vermisst. Der materielle Schaden wurde vom Museum auf 88 Millionen Euro beziffert. Die Krone von Kaiserin Eugénie, die bei der Flucht der Täter nahe dem Museum zurückblieb, wurde gesichert und wird nach Angaben des Louvre restauriert. Ihr Zustand und die Spuren des Vorfalls machen sie zu einem stillen Zeugnis eines Einbruchs, der weit über den Verlust von Edelmetall und Steinen hinausgeht.

Vor der Wiedereröffnung beschreibt die Journalistin Patricia Tourancheau den Fall als absehbare Katastrophe. Ihre Kritik richtet sich auf Sicherheitsvorkehrungen, organisatorische Entscheidungen und die Verantwortung der Leitung. Diese Bewertung ist eine journalistische Einordnung, keine Feststellung der Ermittlungsbehörden. Fest steht jedoch: Der Fall löste schon kurz nach dem Einbruch Fragen nach der Sicherung eines der meistbesuchten Museen der Welt aus.

Das Kulturministerium hatte im Oktober 2025 erklärt, die Alarm- und Sicherheitsabläufe seien ausgelöst worden. Zugleich kündigte es Verbesserungen an, darunter den Ausbau moderner Kameratechnik. Auch der Louvre verwies auf technische und bauliche Maßnahmen. Die Wiedereröffnung der Galerie fällt damit in eine Phase, in der das Museum den normalen Besuchsbetrieb wiederherstellen will, ohne den offenen Fall aus dem Blick zu verlieren.

Für die Besucher wird die Galerie künftig eine doppelte Geschichte erzählen. Sie bleibt ein bedeutender Raum des französischen Kulturerbes, geschaffen als Inszenierung königlicher Macht und Kunst. Doch die leeren Stellen im Zusammenhang mit den Kronjuwelen erinnern nun auch daran, wie verletzlich selbst ein Haus wie der Louvre sein kann. Die Ermittlungen zur Auffindung der fehlenden Stücke dauern an.

Die Rückkehr des Publikums beendet deshalb nicht die Geschichte des Einbruchs. Sie markiert lediglich den nächsten Schritt: Der Saal öffnet wieder, während die Suche nach den Juwelen und nach den Verantwortlichen weitergeht. Für den Louvre ist das ein sichtbarer Versuch, Normalität zurückzugewinnen – mit einer Lücke, die sich nicht einfach schließen lässt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Musee du Louvre
  • Ministere de la Culture
  • Interpol
  • Europe 1

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