MITTWOCH, 24. JUNI 2026 Anmelden / Beitreten Mitgliedskonto
Zurück

Alle Artikel · 08.10.2024 08:44

Gendarmerie in Zahlungsverzug: Bürgermeister fordern Antworten

Eine wachsende Zahl von Bürgermeistern aus dem Departement Pyrénées-Orientales schlägt Alarm, da die Gendarmerie nationale ihre Mieten für genutzte Dienstgebäude und Wohnungen nicht mehr zahlen kann. Besonders betroffen ist die Stadt Cabestany, nahe Perpignan,...

Eine wachsende Zahl von Bürgermeistern aus dem Departement Pyrénées-Orientales schlägt Alarm, da die Gendarmerie nationale ihre Mieten für genutzte Dienstgebäude und Wohnungen nicht mehr zahlen kann. Besonders betroffen ist die Stadt Cabestany, nahe Perpignan, wo Bürgermeisterin Edith Pugnet auf Mietrückstände von insgesamt 236.388 Euro hinweist. Sie erklärte gegenüber dem Sender France Bleu Roussillon, dass die Gendarmerie diese Schulden für kommunale Räumlichkeiten, in denen eine Brigade untergebracht ist, seit geraumer Zeit nicht beglichen habe.

Ein landesweites Problem

Dieses Problem ist jedoch nicht auf die Pyrénées-Orientales beschränkt. Laut France Bleu Roussillon und Bestätigungen aus internen Quellen der Gendarmerie betrifft diese Zahlungsunfähigkeit der nationalen Gendarmeriekräfte ganz Frankreich. Das bedeutet, dass viele Kommunen, die ihre eigenen Mittel zur Errichtung von Polizeidienststellen eingesetzt haben, nun in eine prekäre finanzielle Lage geraten. Diese Städte sind auf die Mietzahlungen der Gendarmerie angewiesen, um ihre Kredite abzuzahlen, die sie für den Bau der Gebäude aufgenommen haben. Bleiben die Zahlungen aus, riskieren die Kommunen, in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Edmond Jorda, Präsident der Bürgermeistervereinigung der Pyrénées-Orientales, bezeichnet die Situation als „inakzeptabel“ und „desaströs für das Image des Staates“. Jorda betont, dass die Gendarmerie in diesen Räumlichkeiten untergebracht sei, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, doch nun stehen die betroffenen Kommunen selbst vor finanziellen Problemen.

Politische Reaktionen und Lösungsansätze

Die Situation hat auch auf politischer Ebene für Aufsehen gesorgt. Die LR-Senatorin Lauriane Josende hat das Innenministerium wegen der Zahlungsausfälle kontaktiert. Sie berichtet, dass man ihr mitgeteilt habe, dass die Gendarmerie landesweit nicht mehr in der Lage sei, die fälligen Mieten zu begleichen. Das Innenministerium arbeite jedoch an einer korrigierenden Haushaltsregelung, um das Problem zu lösen.

Bislang hat das Innenministerium auf konkrete Anfragen seitens des Senders France Bleu jedoch keine Antwort gegeben, was die Unsicherheit und Unzufriedenheit bei den betroffenen Gemeinden weiter erhöht.

Der Ruf nach Verantwortung

Die betroffenen Bürgermeister fordern nun, dass der Staat seine Verpflichtungen erfüllt. „Wo bleibt die Vorbildfunktion des Staates?“, fragen viele. Die Kommunen hatten sich darauf verlassen, dass die Mieten regelmäßig fließen, und nun stehen sie vor einer finanzpolitischen Herausforderung. Die verspäteten Zahlungen könnten nicht nur lokale Haushalte belasten, sondern auch das Vertrauen der Bürger in den Staat untergraben – besonders in einer Zeit, in der öffentliche Sicherheit und Stabilität im Fokus stehen.

Das Problem verdeutlicht, wie eng die Verbindung zwischen staatlichen Institutionen und den Kommunen ist und wie sehr die einen auf die anderen angewiesen sind. Es bleibt abzuwarten, ob die angekündigte Haushaltsregelung die Situation tatsächlich entspannen wird, oder ob es weitere politische und rechtliche Schritte braucht, um den Rückstand der Gendarmerie zu begleichen.

Nachrichten per E-Mail erhalten

Mit dem kostenlosen Mitgliedskonto von France Premium legen Sie fest, welche Hinweise Sie per E-Mail bekommen möchten: sofort bei wichtigen Meldungen oder als ruhige Tageszusammenfassung.

  • News und Tageszeitung nach Ihren Interessen
  • Wetter- und Verkehrshinweise für gewählte Regionen
  • Fußball-Liveereignisse zu ausgewählten Teams
  • Rezepte, Kultur, Veranstaltungen und Premium-Hinweise
Newsletter bestellen

Die Anmeldung ist kostenlos. Sie können Ihre Auswahl jederzeit im Mitgliedskonto ändern oder abbestellen.