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Aktuell · 17.07.2026 13:45

Gérard Larcher besucht Dreh von “Emily in Paris” nahe dem Luxemburger Garten

Der Präsident des französischen Senats, Gérard Larcher, hat am Donnerstag das Team der Netflix-Serie "Emily in Paris" in Paris besucht. Der Termin unterstreicht die wachsende politische Aufmerksamkeit für internationale Produktionen als Instrument kultureller und…

Paris – 17.07.2026: Senatspräsident Gérard Larcher hat am Donnerstag die Dreharbeiten zur sechsten Staffel der Netflix-Serie "Emily in Paris" nahe dem Jardin du Luxembourg besucht. Nach Angaben von Franceinfo traf er dort die Produktionsteams der international erfolgreichen Serie. Der Besuch eines der höchsten Repräsentanten des französischen Staates verleiht einem gewöhnlich kulturellen Termin eine institutionelle Dimension.

Larcher, seit 2014 erneut Präsident des Senats, vertritt als Präsident der zweiten Parlamentskammer die Gebietskörperschaften Frankreichs. Sein Auftritt am Set ist daher weniger als Eingriff in die künstlerische Arbeit denn als Zeichen für die politische Bedeutung audiovisueller Produktionen zu verstehen. Internationale Serien verbinden Sichtbarkeit für französische Schauplätze mit Aufträgen für lokale Dienstleister und Beschäftigung für Filmschaffende.

Die Serie ist für Netflix ein globales Erfolgsformat. Die Plattform bestätigte im April die Fortsetzung mit einer sechsten Staffel und führte die Produktion im Mai in ihrer Programmvorschau für 2026. Nach Angaben von Netflix erzielte die fünfte Staffel in den ersten elf Tagen weltweit 26,8 Millionen Abrufe und erreichte in 24 Ländern Platz eins der Seriencharts. Frankreich gehörte zu diesen Märkten.

Die Dreharbeiten in Paris haben damit auch eine wirtschaftliche Seite. Kulissenbau, Kostüm, Technik, Transport, Hotels, Gastronomie und Statisterie profitieren unmittelbar von großen internationalen Produktionen. Ende Juni war für einen Drehtag in Paris öffentlich nach Komparsen gesucht worden. Solche Produktionen sind für Metropolen zugleich Werbung: Bilder von Straßen, Parks, Cafes und historischen Gebäuden erreichen ein Publikum weit über klassische Tourismuskommunikation hinaus.

Die politische Begleitung ist allerdings nicht frei von Ambivalenzen. "Emily in Paris" arbeitet mit einer stilisierten Darstellung der Hauptstadt, die Frankreich international hohe Wiedererkennbarkeit verschafft, im Inland aber regelmäßig als klischeehaft kritisiert wird. Gerade diese Vereinfachung kann jedoch den Werbewert steigern: Die Serie verkauft keine sozialrealistische Bestandsaufnahme, sondern eine ästhetisch verdichtete Vorstellung von Paris und französischer Lebensart.

Dass zuvor bereits Brigitte Macron am Umfeld der Serie beteiligt war, hatte die Verbindung von Unterhaltung und öffentlicher Repräsentation sichtbar gemacht. Larchers Besuch verschiebt den Akzent nun auf die Institutionen der Republik. Ein offizielles politisches Mandat der Produktion folgt daraus nicht. Der Vorgang zeigt vielmehr, dass kulturelle Reichweite und Standortpolitik in Frankreich zunehmend zusammen gedacht werden.

Ob die sechste Staffel tatsächlich die letzte sein wird, blieb in den unabhängig überprüfbaren Mitteilungen von Netflix offen. Der Streamingdienst kündigte weitere Folgen für 2026 an, ohne einen verbindlichen Veröffentlichungstermin oder einen Abschluss der Reihe zu nennen. Sicher ist derzeit vor allem: Paris bleibt ein zentraler Schauplatz eines Formats, dessen internationale Verbreitung auch politische Aufmerksamkeit anzieht.

Quellen

  • Franceinfo
  • Netflix Tudum
  • Netflix Media Center
  • Le Parisien

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