Aktuell · 05.07.2026 12:24
Großbrand im Vieux-Port von Marseille: Zwei Boote gesunken, mehrere Verletzte
Im Alten Hafen von Marseille ist am Sonntag ein Feuer auf zwei am Kai liegenden Booten ausgebrochen. Die Marins-Pompiers löschten den Brand, zwei Schiffe sanken. Mehrere Menschen wurden verletzt; Umweltmaßnahmen und Ermittlungen laufen.
Marseille – 05.07.2026: Ein Feuer im Vieux-Port von Marseille hat am Sonntagvormittag zwei am Quai liegende Boote erfasst und erhebliche Schäden verursacht. Nach Angaben der Einsatzkräfte brach der Brand an Bord eines Liegers aus und griff rasch auf eine benachbarte Yacht über. Dichte Rauchwolken waren über dem Hafenbecken und bis in Teile der Innenstadt sichtbar; Passanten wurden in Sicherheit gebracht und der Bereich weiträumig abgesperrt.
Das Bataillon der Marins-Pompiers von Marseille rückte mit einem Großaufgebot an. Nach lokalen Berichten waren bis zu rund 150 Einsatzkräfte mit Löschbooten und landseitiger Technik vor Ort, um die Flammen einzudämmen und ein Übergreifen auf weitere Liegeplätze zu verhindern. Der Brand wurde unter Kontrolle gebracht und schließlich gelöscht. Dennoch sanken zwei der betroffenen Boote am Kai und liegen nun teilweise unter Wasser. Bergungsteams bereiten das Heben der Wracks vor, um die Unfallstelle zu sichern und Verkehrswege im Hafen wieder freizugeben.
Der Rettungsdienst versorgte mehrere Verletzte. Nach ersten Meldungen wurden etwa 14 Personen medizinisch betreut, teils vor Ort, teils in Kliniken. Konkrete Angaben zur Schwere der Verletzungen lagen zunächst nicht vor. Die Behörden betonten, dass die Sicherheitsperimeter bis zum Abschluss der Nachlöscharbeiten aufrechterhalten werden.
Im Vordergrund steht nun der Umweltschutz: Durch das Sinken der Boote können Treibstoff, Schmierstoffe und Kühlmittel austreten. Die Capitainerie und die Hafenbehörden setzten Ölsperren und Bindemittel ein, um mögliche Scherfilme einzudämmen und eine Ausbreitung im Becken zu verhindern. Fachfirmen prüfen zudem, ob aus den Tanks Restmengen kontrolliert abgepumpt werden müssen. Sichtkontrollen und Probenahmen im Wasser sollen Aufschluss über das Ausmaß einer möglichen Verschmutzung geben.
Parallel haben die Präfektur und die zuständigen Ermittlungsdienste eine Untersuchung zur Brandursache eingeleitet. Spezialisten für maritime Schadensfälle sichern Beweismittel an den Wracks und befragen Zeugen. Als Szenario gilt eine Entzündung an Bord des zuerst betroffenen Schiffes; ob ein technischer Defekt oder menschliches Fehlverhalten vorlag, ist offen. Hinweise auf Vorsatz liegen derzeit nicht vor.
Teile des Vieux-Port blieben für den Publikumsverkehr vorübergehend geschlossen. Veranstaltungen im Umfeld des Hafens wurden unterbrochen oder verlegt, bis die Aufräumarbeiten vorangeschritten sind. Die Stadt rief Anwohnerinnen und Anwohner dazu auf, Absperrungen zu respektieren und die Einsatzwege freizuhalten. Nach dem Löschen des Feuers gelten die Lage am Kai und die Brandherde als stabil; entscheidend sind nun Bergung, Gewässerschutz und die Klärung der Ursache.
Quellen
- Franceinfo
- France 3 Provence-Alpes-Côte d'Azur
- Le Parisien
- HuffPost France
- Maritima
- DestiMed