Aktuell · 13.07.2026 09:00
Großbrand in Fontainebleau: Rund 800 Hektar Wald betroffen
Ein außergewöhnlich großer Waldbrand hat im Westen des Waldes von Fontainebleau in Seine-et-Marne rund 800 Hektar erfasst. Hunderte Feuerwehrleute sowie Löschflugzeuge und Hubschrauber sind im Einsatz, die Autobahn A6 ist teilweise gesperrt.
Noisy-sur-École – 13.07.2026: Ein großflächiger Waldbrand hat in der Nacht zum Montag den Westen des Waldes von Fontainebleau in Seine-et-Marne erfasst. Nach Angaben der Feuerwehr waren kurz nach Mitternacht rund 800 Hektar von den Flammen betroffen. Das Feuer galt am Morgen weiterhin als nicht unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte konzentrieren sich darauf, Anwohner, Gebäude und Verkehrswege vor einer weiteren Ausbreitung zu schützen.
Rund 400 Feuerwehrleute kämpften in der Nacht gegen den Brand, der sich in einem bewaldeten Gebiet nahe Noisy-sur-École und Achères-la-Forêt ausbreitete. Wegen der Größe und Dynamik des Feuers wurden Einsatzkräfte aus anderen Regionen sowie Luftmittel angefordert. Hubschrauber und aus Südfrankreich entsandte Flugzeuge setzten Löschmittel und Brandverzögerer ein. Zwei Canadair-Löschflugzeuge wurden zusätzlich zur Unterstützung mobilisiert.
Die Behörden sperrten Abschnitte der Autobahn A6, einer zentralen Nord-Süd-Verbindung Frankreichs, teilweise. Der Brand hatte sich in der Nähe der Verkehrsachse entwickelt und führte zu erheblichen Behinderungen. Auch der Bahnverkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Paris und dem Südosten Frankreichs war betroffen. Reisende mussten mit teils erheblichen Verzögerungen rechnen, während die Infrastruktur nach dem Feuer überprüft wurde.
Der Unterpräfekt von Fontainebleau, Yannis Bouzar, erklärte, die Löscharbeiten könnten noch ein bis zwei Wochen andauern. Die Brandbekämpfung werde durch Verstärkung aus dem gesamten Land unterstützt. Für die örtlichen Einsatzleitungen bleibt entscheidend, die Ränder des Brandgebiets zu sichern und ein Übergreifen auf bewohnte Zonen zu verhindern. Angaben zu Verletzten oder zur Ursache des Feuers lagen zunächst nicht verlässlich vor.
Innenminister Laurent Nunez wollte am Montagvormittag zum Einsatzort reisen, um sich im Führungsstab über die Lage informieren zu lassen und Vertreter der betroffenen Gemeinden zu treffen. Die Feuerwehr warnte vor den Gefahren durch Rauch, Hitze und die anhaltende Unberechenbarkeit des Brandes. Menschen in der Umgebung wurden aufgefordert, Anweisungen der Rettungskräfte strikt zu befolgen und Einsatzwege freizuhalten.
Der Wald von Fontainebleau liegt rund 60 Kilometer südöstlich von Paris und ist eines der bedeutendsten Waldgebiete der Region Ile-de-France. Seine Nähe zu zahlreichen Gemeinden, Straßen und Bahnlinien erschwert die Organisation eines Großeinsatzes. Der aktuelle Brand zählt wegen seiner bislang betroffenen Fläche und des Einsatzes von Löschflugzeugen zu den schwersten Waldbränden, die die Region in jüngerer Zeit erlebt hat.
Die Lage blieb am 13.07.2026 sehr dynamisch. Die genannte Fläche von rund 800 Hektar beschreibt den am Morgen bekannten Stand und kann sich mit der weiteren Entwicklung ändern. Ob der Brand vollständig eingedämmt werden kann, hängt von der Wirksamkeit der Löscharbeiten, der Vegetation und den Wetterbedingungen im Einsatzgebiet ab. Behörden wollen weitere Informationen veröffentlichen, sobald gesicherte Erkenntnisse vorliegen.
Quellen
- Franceinfo
- AFP via Boursorama
- Le Monde
- Feuerwehr Seine-et-Marne