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Aktuell · 04.07.2026 10:27

Gwenaëlle Noury fechtet Wahl von Philippe Candeloro an der Spitze der FFSG an

Die frühere Präsidentin der Fédération française des sports de glace hat vor dem Verwaltungsgericht einen Rekurs gegen die Wahl von Philippe Candeloro eingereicht. Sie rügt Unregelmäßigkeiten beim Ablauf und verlangt eine Überprüfung der Stimmzählung.

Paris – 04.07.2026: Gwenaëlle Noury hat beim zuständigen Verwaltungsgericht einen Rekurs gegen die Wahl von Philippe Candeloro zum Präsidenten der Fédération française des sports de glace (FFSG) eingereicht. Die Abstimmung war am 27. Juni 2026 im nationalen Leistungszentrum INSEP im zweiten Wahlgang entschieden worden. Candeloro erhielt laut Verbandsangaben 51,35 Prozent der Stimmen, Noury 46,77 Prozent. Sie bestreitet nun die Rechtmäßigkeit einzelner Schritte im Verfahren und verlangt die Kontrolle der Protokolle sowie der Stimmberechtigungen.

Nach übereinstimmenden Medienberichten zielen die Einwände auf formelle Punkte: die Korrektheit der Auszählung, die ordnungsgemäße Zulassung bestimmter Delegierter und die Anwendung der Verfahrensregeln beim Übergang in den zweiten Wahlgang. In Frankreich können solche Wahlanfechtungen zur Einsicht in Unterlagen, zur Neubewertung strittiger Stimmen oder – in Ausnahmefällen – zur Annullierung führen, wenn die Sorgfaltspflichten oder die Sincérité du scrutin beeinträchtigt wurden. Der Verwaltungsrichter prüft zunächst, ob der Rekurs frist- und formgerecht ist und ob die behaupteten Mängel das Ergebnis beeinflusst haben könnten.

Die Auseinandersetzung fällt in eine Phase erhöhter innerverbandlicher Spannung. Aus Teilen des Short-Track- und Eisschnelllaufbereichs waren in den vergangenen Jahren wiederholt Kritik an Entscheidungswegen und Governance-Strukturen der FFSG laut geworden. Die knappe Differenz im zweiten Wahlgang und Stimmenverschiebungen nach dem ersten Durchgang haben die Debatte über Repräsentation und Verbandskultur zusätzlich angefacht. Unterstützer Candeloros verweisen auf ein reguläres Mandat und dessen Ankündigung, Strukturen zu reformieren und die Disziplinen stärker einzubinden.

Für die FFSG hat der Rekurs unmittelbare organisatorische Folgen. Bis zur gerichtlichen Klärung bleibt Candeloro als gewählter Präsident im Amt, Entscheidungen stehen jedoch unter dem Vorbehalt des laufenden Verfahrens. Das erschwert Planungen für die Wintersportsaison, die Vorbereitung auf internationale Termine und die Abstimmung mit Partnern wie Verbänden, Veranstaltern und öffentlichen Stellen. Verfahren dieser Art dauern üblicherweise Wochen bis mehrere Monate; Zwischenentscheidungen sind möglich, endgültige Urteile können aber auf sich warten lassen.

Der Fall reiht sich in frühere Governance-Debatten im französischen Eissport ein, die seit Jahren wiederkehren und in denen Transparenz und Compliance eine zentrale Rolle spielen. Unabhängig vom Ausgang dürfte das Verfahren den Druck erhöhen, Wahlmodalitäten und Kontrollmechanismen klarer zu fassen. Die Berichterstattung stützt sich auf Angaben aus französischen Medien und Agenturen; offizielle Stellungnahmen der beteiligten Seiten werden mit Eingang beim Gericht erwartet.

Quellen

  • franceinfo
  • L'Équipe
  • Le Progrès
  • Eurosport
  • Inside the Games

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