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Aktuell · 02.07.2026 12:24

Hitze trifft Geflügelmast: Westfrankreich meldet hohe Verluste, Staat sichert schnelle Hilfen zu

Nach einer Hitzewelle verzeichnen Geflügelhalter in Westfrankreich massive Tierverluste. Präfekturen koordinieren Entsorgung und Logistik, das Landwirtschaftsministerium stellt kurzfristige Liquiditätshilfen und technische Leitlinien bereit.

Nantes – 02.07.2026: In Westfrankreich hat eine ausgeprägte Hitzewelle zu außergewöhnlich hohen Verlusten in der Geflügelhaltung geführt. Regionale Behörden sprechen von großflächiger Mortalität in Mastställen mit hoher Besatzdichte. Präfekturen und Veterinärdienste haben Verfahren zur schnellen Sammlung und Entsorgung der Kadaver aktiviert und für Transporte zeitlich befristete Ausnahmen angeordnet, um Engpässe in der Abfuhr zu vermeiden.

Aus den betroffenen Departements werden Fälle gemeldet, in denen Betriebe innerhalb kurzer Zeit ganze Stallabteilungen verloren. Die regionalen Dienste des Staates koordinierten Sonderabholungen und verwiesen auf die Pflicht, ungewöhnliche Mortalität umgehend bei den zuständigen DDPP zu melden. In einzelnen Gebieten, darunter der Finistère, dokumentierten die Behörden erhebliche Mengen an Tierkörpern, die geborgen oder vorübergehend gesichert werden mussten. Veterinärteams überwachten die Maßnahmen, um Infektionsrisiken zu minimieren und Umweltauswirkungen zu begrenzen.

Das Landwirtschaftsministerium hat zusätzliche Unterstützungen angekündigt. Vorgesehen sind kurzfristige Liquiditätshilfen, damit betroffene Höfe laufende Kosten decken und notwendige Anschaffungen für Hitzeschutz finanzieren können. Begleitend veröffentlichen DRAAF und Präfekturen technische Leitlinien: Empfehlungen zu Stallkühlung und Belüftung, Priorisierung von Wasserverfügbarkeit, Anpassungen bei Fütterungszeiten sowie Hinweise zur fachgerechten Entsorgung. Die Maßnahmen knüpfen an bestehende Hilfspakete für die Landwirtschaft an und sollen rasch über regionale Anlaufstellen zugänglich sein.

Ökonomisch trifft die Lage eine ohnehin belastete Branche. Viele Geflügelhalter kämpfen seit Monaten mit gestiegenen Energie- und Betriebskosten sowie Folgewirkungen früherer Geflügelpest-Ereignisse. Die nun zugesagten Überbrückungsfinanzierungen zielen darauf, Liquiditätslücken durch Ertragsausfälle und Unterbrechungen in den Lieferketten zu schließen. Mittel- bis langfristig rückt die Investition in Hitzemanagement in den Fokus: isolierte Dächer, Nebel- und Kühlsysteme, leistungsfähige Ventilation und Notstromkonzepte, die auch abseits großer Betriebe tragfähig sind.

Für die Verwaltung steht parallel die operative Abstimmung im Vordergrund. Präfekturen, Veterinärdienste und das Ministerium bündeln Logistik, Tiergesundheit und Umweltauflagen, um lokale Entsorgungs- und Kapazitätsgrenzen nicht zu überschreiten. Die amtlichen Hinweise betonen eine lückenlose Dokumentation der Bestände und der Entsorgungswege. Nach Angaben der Behörden sollen die Detailregelungen für Hilfsanträge und technische Unterstützung zügig präzisiert werden, damit betroffene Betriebe innerhalb kurzer Fristen Zugriff auf Liquidität und Beratung erhalten.

Branchenvertreter verweisen darauf, dass vorbeugende Maßnahmen künftig systematischer gefördert werden müssten, um Hitzewellen besser abzﻞrn. Dazu zählen neben baulichen Anpassungen auch Schulungen zum Hitzemanagement und abgestimmte Notfallpläne mit Abnehmern und Transporteuren. Die aktuellen Leitlinien sollen Betrieben helfen, akute Schäden zu begrenzen und die Wiederaufnahme der Produktion vorzubereiten.

Quellen

  • Franceinfo
  • DRAAF Pays-de-la-Loire
  • Präfektur Finistère
  • Ministère de l'Agriculture

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