Aktuell · 22.06.2026 13:08
Hitzewelle beeinträchtigt Zugverkehr in Frankreich
Extreme Hitze führt zu Ausfällen und Verspätungen im Zugverkehr, besonders im Großraum Toulouse und Paris.
Paris – 22.06.2026: Eine ungewöhnliche Hitzewelle legt seit Tagen große Teile Frankreichs lahm und bringt den Zugverkehr an seine Grenzen. Météo-France hat inzwischen 49 Départements in höchste Alarmstufe versetzt, weitere 40 stehen auf erhöhter Alarmbereitschaft. Verursacht wird die extreme Hitze durch ein kräftiges Hochdruckgebiet aus Nordafrika mit Temperaturen von 38 bis 40 Grad Celsius, örtlich sogar bis zu 43 Grad, unter anderem in Bordeaux, Nantes und Rennes.
Bereits am Samstag, den 20. Juni, kam es in der Region Toulouse zu einem schwerwiegenden Zwischenfall: Ein Ouigo-Hochgeschwindigkeitszug erlitt etwa einen Kilometer vor dem Bahnhof Toulouse-Matabiau eine elektrische Störung und blieb liegen. Die Passagiere mussten bei fast 35 Grad Außentemperatur evakuiert werden, da die Klimaanlage im Zug ausgefallen war. Dieses Ereignis sorgte für erheblichen Aufruhr und machte die Herausforderungen durch die Hitze für den Bahnverkehr deutlich.
Auch am Sonntag, 21. Juni, waren Verspätungen in der Pariser Gare Montparnasse die Folge technischer Probleme im Zusammenhang mit der Hitze. Betroffen waren vor allem Verbindungen in den Südwesten Frankreichs, etwa TGV-Züge nach Bordeaux, Lannion und Brest, die bis zu zweieinhalb Stunden verspätet eintrafen.
Die Fédération nationale des associations d’usagers des transports (Fnaut) kritisiert die anhaltenden Ausfälle der Klimaanlagen in den Intercités-Zügen und führt sie auf veraltete Fahrzeuge zurück. Diese seien den zunehmenden Sommertemperaturen nicht gewachsen. Nach Aussage der Nutzervertretung fehlt es offenbar an ausreichenden Investitionen von Seiten des Staates und der Betreiber zur Modernisierung des bestehenden Schienennetzes und der Wagen.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Hitze und drohender weiterer Schäden am Schienennetz empfiehlt die SNCF insbesondere älteren und gesundheitlich vorbelasteten Menschen, ihre geplanten Reisen zu verschieben oder möglichst zu vermeiden. Fahrgäste werden gebeten, sich bestens auf die Bedingungen einzustellen und die Hinweise der Verkehrsgesellschaft zu beachten.
Neben den Verwerfungen im Zugverkehr führt die Hitze landesweit zu neuen Temperaturrekorden. Météo-France bestätigt für den heutigen Nachmittag Spitzenwerte zwischen 41 und 43 Grad für mehrere Regionen. Die Behörden mahnen die Bevölkerung, vor allem während der heißesten Stunden ausreichend zu trinken, sich in kühlen Räumen aufzuhalten und körperliche Anstrengungen zu vermeiden.
Diese außergewöhnlichen Wetterbedingungen verdeutlichen, wie stark Infrastruktur und öffentlicher Verkehr durch den Klimawandel belastet werden. Der Bahnverkehr steht vor der Herausforderung, auch künftig mit höherer Hitze umzugehen und seine Sicherheit sowie Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Die Entwicklungen der nächsten Tage werden zeigen, welche Anpassungen notwendig sind, um solche Störungen künftig zu vermeiden.