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Aktuell · 28.06.2026 09:47

Hitzewelle in Frankreich: Auswirkungen auf Menschen mit bipolarer Störung

Die aktuelle Hitzewelle in Frankreich verschärft die Symptome bei Menschen mit bipolarer Störung. Experten raten zu besonderer Vorsicht und Anpassung der Medikation.

Paris – 28.06.2026: Die seit dem 16. Juni 2026 anhaltende Hitzewelle in Frankreich hat landesweit zu extrem hohen Temperaturen geführt, die insbesondere für Menschen mit bipolarer Störung eine erhebliche Belastung darstellen. Diese Bevölkerungsgruppe ist besonders anfällig für die negativen Auswirkungen extremer Hitze.

Mathieu, 44 Jahre alt, berichtet von seiner erhöhten Empfindlichkeit gegenüber der Hitze während der aktuellen Hitzewelle. Er nimmt Risperidon, ein Antipsychotikum, das die Fähigkeit des Körpers zur Temperaturregulation beeinträchtigen kann. „Wenn ich nicht unter Medikamenten stand, war ich nicht so empfindlich gegenüber der Hitze“, erklärt er. „Während einer Hitzewelle ersticke ich, ich habe das Gefühl, es gibt keinen Sauerstoff mehr. Ich bin auch lichtempfindlicher.“

Meryem, 39 Jahre alt und nach Jahren der Angst und Depressionen nun in Genesung, arbeitet als Peer Support Worker im Pariser Universitätskrankenhaus Sainte-Anne. Sie erinnert sich an die „Hölle“ der Hitzewellen, wenn ihre Symptome am stärksten waren: „Die schlimmsten psychischen Zustände, dunkle Gedanken, extreme Apathie… Bei der kleinsten Bewegung fühlte es sich an, als ob Gewichte auf meinem Körper lagen. Die Krankheit selbst ist bereits ermüdend und schwer, und wenn man die Hitze hinzufügt, vervielfacht sich das Gefühl der Not.“

Psychiaterin Marine Akkaoui vom GHU Sainte-Anne betont, dass eine Hitzewelle psychische Erkrankungen auslösen oder einen Rückfall einer bestehenden Erkrankung verursachen kann: „Es ist der letzte Tropfen, zusätzlich zu anderen Verwundbarkeiten wie Armut oder Isolation.“ Sie verweist auf eine Studie, die einen Anstieg der psychiatrischen Notfälle und Suizidraten während Hitzewellen zeigt, mit verzögerten Auswirkungen nach dem Höhepunkt der Hitze.

Angesichts der aktuellen Hitzewelle, die als die intensivste seit Beginn der Aufzeichnungen gilt, rät Santé publique France der Bevölkerung, besondere Vorsicht walten zu lassen. Es wird empfohlen, Aktivitäten während der heißesten Tageszeiten zu reduzieren, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und auf die Symptome von Hitzestress zu achten.

Für Menschen mit bipolarer Störung ist es besonders wichtig, die Medikation in Absprache mit dem behandelnden Arzt anzupassen, da bestimmte Medikamente die Temperaturregulation beeinflussen können. Zudem sollten soziale Aktivitäten aufrechterhalten werden, um Isolation zu vermeiden, die in Verbindung mit extremer Hitze das Risiko für psychische Rückfälle erhöhen kann.

Die aktuelle Hitzewelle in Frankreich verdeutlicht die Notwendigkeit, die Auswirkungen extremer Temperaturen auf die psychische Gesundheit ernst zu nehmen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen wie Menschen mit bipolarer Störung sollten verstärkt unterstützt und über präventive Maßnahmen informiert werden.

Quellen

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