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Aktuell · 17.07.2026 17:45

Hitzewelle: Sterblichkeit in Ile-de-France im Juni mehr als doppelt so hoch wie erwartet

Während der außergewöhnlichen Hitzewelle Ende Juni wurden in Ile-de-France rund 1.565 Todesfälle mehr als statistisch erwartet registriert. Santé publique France beziffert den Anstieg auf 122 Prozent.

Paris – 17.07.2026: Die Sterblichkeit in Ile-de-France ist während der außergewöhnlichen Hitzewelle Ende Juni deutlich über den erwarteten Wert gestiegen. Nach einem am Freitag aktualisierten regionalen Bericht von Santé publique France wurden zwischen dem 22. und 28. Juni rund 1.565 Todesfälle mehr registriert, als für diesen Zeitraum statistisch erwartet worden wären. Das entspricht einem Anstieg von 122 Prozent.

Insgesamt wurden in der Region in dieser Woche nahezu 3.000 Todesfälle gezählt. Die Gesundheitsbehörde spricht damit von einer sehr starken Übersterblichkeit während einer Phase extremer Temperaturen. Die nun vorgelegte Bilanz beruht auf nachträglich ergänzten Daten und fällt deutlich höher aus als die erste Auswertung, die Anfang Juli veröffentlicht worden war.

Die Zahlen erfassen Todesfälle aller Ursachen und erlauben daher noch keine genaue Aussage darüber, bei wie vielen Menschen die Hitze unmittelbar die Todesursache war. Sie zeigen jedoch, dass die Zahl der Sterbefälle im betrachteten Zeitraum erheblich über dem für die Jahreszeit und die Region erwarteten Niveau lag. Eine Zuordnung einzelner Todesfälle erfordert weitere medizinische und statistische Auswertungen.

Die besonders belastende Wetterlage hatte Mitte Juni begonnen und erreichte in der Woche vom 22. bis 28. Juni ihren Höhepunkt. Santé publique France hatte bereits während der Hitzewelle auf steigende Gesundheitsrisiken hingewiesen. Beobachtet wurden unter anderem mehr Notfallbehandlungen wegen hitzebedingter Beschwerden wie Überhitzung, Dehydrierung und Störungen des Salzhaushalts.

Schon eine frühere nationale Auswertung hatte für diese Woche einen starken Anstieg der Gesamtsterblichkeit in Frankreich gemeldet. In Ile-de-France lag die Zunahme gegenüber der Vorwoche zunächst bei 62,8 Prozent beziehungsweise 619 zusätzlichen Todesfällen. Die aktuelle regionale Schätzung vergleicht dagegen die beobachtete Sterblichkeit mit einem erwarteten Referenzwert und bildet damit den gesamten außergewöhnlichen Überschuss in der Region ab.

Die Behörde hatte zudem festgestellt, dass die Zahl der Todesfälle zu Hause ab dem 24. Juni besonders stark zunahm, vor allem in Ile-de-France. Hitze kann Menschen jeden Alters belasten, gefährdet sind jedoch insbesondere ältere Personen, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Säuglinge sowie Personen, die in stark aufgeheizten Wohnungen oder unter körperlich belastenden Bedingungen arbeiten.

Die aktualisierten Daten unterstreichen die Bedeutung von Vorsorge bei langen Phasen hoher Temperaturen. Dazu gehören ausreichendes Trinken, das Meiden körperlicher Anstrengung in den heißesten Stunden sowie regelmäßiger Kontakt zu besonders gefährdeten Angehörigen und Nachbarn. Die Gesundheitsbehörden werden die Mortalitätsdaten weiter auswerten, um die gesundheitlichen Folgen der Hitzewelle Ende Juni genauer zu bestimmen.

Quellen

  • Santé publique France
  • AFP via Boursorama
  • Franceinfo

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