Aktuell · 13.07.2026 20:00
Hitzewelle treibt Menschen in Keller und Tiefgaragen
Während die außergewöhnliche Sommerhitze in Frankreich anhält, suchen manche Menschen nachts Schutz in Kellerräumen oder unterirdischen Anlagen. Behörden raten jedoch zu sicheren, zugänglichen und beaufsichtigten kühlen Orten.
Paris – 13.07.2026: Die anhaltende Hitze zwingt viele Menschen in Frankreich zu ungewöhnlichen Lösungen, um zumindest nachts etwas Abkühlung zu finden. Nach einem Bericht von Franceinfo schlafen einzelne Betroffene vorübergehend in Kellern, deren Temperaturen niedriger bleiben als in aufgeheizten Wohnungen. Andere suchen unterirdische Bereiche wie Tiefgaragen auf. Die Beispiele zeigen, wie stark besonders warme Nächte den Alltag in dicht bebauten Städten belasten.
Die Behörden warnen jedoch davor, solche Orte pauschal als sichere Rückzugsräume zu betrachten. Kellerräume können schlecht belüftet, feucht oder nur eingeschränkt zugänglich sein. Tiefgaragen sind wegen des Fahrzeugverkehrs, möglicher Abgase und fehlender Aufenthaltsmöglichkeiten ebenfalls kein geeigneter Ersatz für geschützte Kühlräume. Wer seine Wohnung verlassen muss, sollte deshalb öffentliche, sichere und leicht erreichbare Gebäude bevorzugen.
In Paris hatte die Stadtverwaltung wegen einer erneuten extremen Hitzephase ihren Schutzplan verstärkt. Mehrere zugelassene Parks und Gärten blieben bis einschließlich 13. Juli rund um die Uhr geöffnet, soweit Sicherheitsvorgaben dies erlaubten. Zugleich wurden besonders gefährdete Menschen erneut telefonisch kontaktiert. Das Angebot richtet sich vor allem an ältere, alleinlebende oder gesundheitlich vorbelastete Personen.
Der nationale Wetterdienst beschreibt die derzeitige Lage als außergewöhnlich lang anhaltende Periode hoher Temperaturen am Tag und in der Nacht. Eine solche Wetterlage wird dann besonders gefährlich, wenn Wohnungen nicht mehr ausreichend auskühlen. Die Gesundheitsrisiken betreffen nicht nur ältere Menschen: Auch Kinder, Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Beschäftigte im Freien und Personen ohne festen Wohnsitz sind besonders gefährdet.
Sante publique France registrierte während der vorangegangenen Hitzeperiode deutlich mehr Notfallbehandlungen und Krankenhausaufnahmen im Zusammenhang mit hohen Temperaturen. Nach Angaben der Behörde waren zwischen dem 18. Juni und dem 29. Juni 6.351 Krankenhausaufnahmen erfasst worden. Rund zwei Drittel betrafen Menschen ab 75 Jahren. Die Zahlen unterstreichen, dass improvisierte Übernachtungsorte kein Ersatz für Vorsorge und schnelle Hilfe bei Beschwerden sind.
Empfohlen wird, tagsüber direkte Sonne zu meiden, regelmäßig zu trinken und den Körper mit Wasser zu kühlen. Wohnungen sollten nachts oder in den frühen Morgenstunden gelüftet werden, sofern die Außentemperatur niedriger ist. Bei Schwindel, Verwirrtheit, ungewöhnlicher Schwäche, Kopfschmerzen oder sehr hoher Körpertemperatur sollte unverzüglich medizinische Hilfe organisiert werden.
Kommunen verweisen zudem auf Bibliotheken, Museen, Einkaufszentren, kommunale Kühlräume und andere öffentlich zugängliche Gebäude als sicherere Möglichkeiten für einige Stunden Abkühlung. Für Menschen, deren Wohnung dauerhaft überhitzt bleibt, wird die Suche nach solchen Angeboten zunehmend zu einer konkreten Frage des Gesundheitsschutzes. Die beobachteten Ausweichstrategien in Kellern und Tiefgaragen machen zugleich sichtbar, wie ungleich der Zugang zu kühlen Räumen verteilt ist.
Quellen
- Franceinfo
- Ville de Paris
- Sante publique France
- Meteo-France
- info.gouv.fr