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Frankreich · 13.05.2026 07:14

Home-Jacking bei Michaël Youn: Wenn das eigene Zuhause plötzlich kein Schutzraum mehr ist

Der französische Schauspieler und Moderator Michaël Youn ist gemeinsam mit seiner Familie am 11. Mai Opfer eines sogenannten Home-Jackings geworden. Die Tat ereignete sich nahe Aix-en-Provence – mitten in der Nacht, während sich die...

Der französische Schauspieler und Moderator Michaël Youn ist gemeinsam mit seiner Familie am 11. Mai Opfer eines sogenannten Home-Jackings geworden. Die Tat ereignete sich nahe Aix-en-Provence – mitten in der Nacht, während sich die Familie im Haus befand. Genau dieser Umstand sorgt in Frankreich derzeit für besondere Unruhe. Denn bei einem klassischen Einbruch geht es meist um Sachschäden oder Diebstahl. Beim Home-Jacking dagegen dringen Täter bewusst in bewohnte Häuser ein. Das Ziel: maximale Einschüchterung, schnelle Beute und psychischer Druck.

Nach ersten Erkenntnissen verschafften sich mehrere Personen Zugang zum Anwesen des Schauspielers und Entertainers und überraschten die Bewohner im Inneren des Hauses. Vieles liegt noch im Dunkeln. Ermittler versuchen derzeit herauszufinden, ob die Täter gezielt Informationen über die Familie gesammelt hatten oder ob die Bekanntheit Youns allein genügte, um das Anwesen ins Visier zu nehmen.

Gerade prominente Persönlichkeiten geraten in Frankreich seit Jahren zunehmend in den Fokus organisierter Banden. Schauspieler, Fußballer, Influencer oder Unternehmer – wer öffentlich sichtbar lebt, zieht nicht selten auch kriminelle Aufmerksamkeit an. Besonders soziale Netzwerke spielen dabei eine heikle Rolle. Ein Foto am Pool hier, ein spontaner Standort dort, dazu Luxusuhren, Autos oder Einblicke in exklusive Immobilien – manchmal reicht das schon wie eine Einladung auf dem Silbertablett. Klingt hart, ist aber leider Realität.

In der Region rund um Marseille und die französische Mittelmeerküste beobachten Sicherheitsbehörden seit Längerem einen Anstieg solcher Delikte. Abgelegene Villen, große Grundstücke und Zweitwohnsitze bieten Kriminellen häufig ideale Bedingungen. Viele dieser Taten entstehen nicht spontan. Oft stehen tagelange Beobachtungen dahinter – fast wie in einem schlechten Gangsterfilm, nur eben erschreckend echt.

Besonders belastend bleibt für Betroffene meist nicht der materielle Verlust. Schmuck, Bargeld oder Luxusgegenstände lassen sich ersetzen. Das Gefühl, im eigenen Zuhause nicht mehr sicher zu sein, frisst sich dagegen tief ins Bewusstsein. Vor allem Familien mit Kindern berichten nach solchen Vorfällen von Schlafstörungen, Angstzuständen oder dem ständigen Blick über die Schulter.

Für Michaël Youn und seine Angehörigen dürfte diese Nacht noch lange nachhallen. Der Fall zeigt einmal mehr, wie sehr sich die Kriminalität in Frankreich verändert hat. Home-Jackings gelten inzwischen als eine der gefürchtetsten Formen des Einbruchs – nicht nur in Großstädten, sondern längst auch in ruhigen Wohngegenden fernab der Metropolen.

Von Daniel Ivers

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