Aktuell · 03.07.2026 17:04
Internationaler Haftbefehl nach Paketexplosion in Monaco: Hauptverdächtige als Frau identifiziert
Nach der Paketexplosion vom 29. Juni in Monaco hat die Justiz eine 39-jährige Ukrainerin als Hauptverdächtige benannt und einen internationalen Haftbefehl ausstellen lassen. Ermittler prüfen mögliche Komplizen und ein zielgerichtetes Vorgehen.
Monaco – 03.07.2026: Die Justizbehörden des Fürstentums haben im Fall der Paketexplosion vom 29. Juni eine 39-jährige Frau ukrainischer Herkunft als Hauptverdächtige identifiziert und einen internationalen Haftbefehl erwirkt. Bei der Detonation in einem Wohnhaus wurden drei Mitglieder derselben Familie verletzt. Die Sûreté Publique und die Staatsanwaltschaft sprechen von einem präzise vorbereiteten Anschlag.
Videomaterial und Zeugenaussagen zeigen nach Angaben der Ermittler eine Person, die das präparierte Paket in den Hausflur brachte. Zunächst war von einem Mann als mutmaßlichem Täter die Rede. Inzwischen gehen die Behörden davon aus, dass die gesuchte Frau zeitweise maskiert oder in Männerkleidung auftrat, um unauffälliger zu agieren. Spuren- und Umfeldanalysen deuten darauf hin, dass sie die später Betroffenen vorab beobachtet und Wegezeiten dokumentiert haben soll. Ermittler berichten von wiederholten „Repérages“ sowie vom Filmen der Umgebung.
Nach Informationen aus den Ermittlungsakten soll die Verdächtige zuletzt in Deutschland gelebt haben. Der Generalprokurator veranlasste eine internationale Fahndung und die Schaltung einer Interpol-Notice, um eine Festnahme außerhalb Monegascos zu ermöglichen. Monaco kooperiert dabei nach eigenen Angaben mit Polizeidienststellen mehrerer EU-Staaten, um Aufenthaltsorte, Reisebewegungen und mögliche Fluchtrouten zu rekonstruieren. Forensische Auswertungen der Sprengstoffreste und des Paketmaterials laufen weiter; Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet.
Als mögliches Ziel des Anschlags nennen Ermittlerkreise einen wohlhabenden Mann ukrainischer Herkunft aus dem Umfeld der Exilanten an der Côte d’Azur. Er soll seit 2023 auf ukrainischen Sanktionslisten stehen. Offiziell bleibt das Motiv offen; geprüft werden Bezüge zu kriminellen Netzwerken, finanzielle Auseinandersetzungen oder Konfliktlinien im Zusammenhang mit dem Kriegshintergrund. Die Staatsanwaltschaft betont den vorläufigen Charakter der Annahmen und verweist auf die Unschuldsvermutung.
Zwei Männer wurden zwischenzeitlich in Monaco in Gewahrsam genommen und vernommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ergaben sich bislang keine Anhaltspunkte für eine aktive Beteiligung an der Tat. Ob weitere Unterstützerinnen oder Unterstützer im Umfeld der Hauptverdächtigen agierten, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Die Behörden rufen mögliche Zeuginnen und Zeugen aus dem Wohnumfeld auf, Beobachtungen zu Bewegungen und Fahrzeugen rund um den 29. Juni zu melden.
Die Sicherheitskräfte betonen, dass es sich um ein gezielt platziertes Sprengpaket handelte und keine Hinweise auf eine unmittelbare Gefährdung der breiten Öffentlichkeit bestehen. Gleichwohl wurden die Schutzvorkehrungen in betroffenen Vierteln verstärkt und die Zusammenarbeit mit Hausverwaltungen intensiviert, um verdächtige Sendungen schneller zu erkennen.
Quellen
- Franceinfo (RSS)
- Euronews
- TF1 Info
- Agence France-Presse (AFP)
- Boursorama
- Tagesschau