Aktuell · 04.07.2026 06:05
Interpol sucht 39-jährige Ukrainerin im Fall des Paketanschlags in Monaco
Nach dem Paketanschlag in Monaco mit drei Verletzten fahnden Ermittler mit einer Red Notice nach der 39-jährigen Ukrainerin Anastasiia Berezovska. Hinweise führen nach Deutschland, wo eine Wohnung nahe Frankfurt durchsucht und ein Fahrzeug sichergestellt…
Monaco – 04.07.2026: Nach dem Paketanschlag auf ein Wohnhaus in Monaco vom 29. Juni fahnden Ermittler in mehreren Ländern nach der 39-jährigen Ukrainerin Anastasiia Berezovska. Interpol veröffentlichte eine sogenannte Red Notice, die auf eine internationale Ausschreibung zur Festnahme mit dem Ziel der Auslieferung zielt. Bei der Explosion wurden drei Menschen verletzt, darunter ein aus der Ukraine stammender Geschäftsmann. Die Staatsanwaltschaft in Monaco koordiniert die Ermittlungen in enger Zusammenarbeit mit Behörden in Frankreich, Deutschland und Italien.
Deutsche Einsatzkräfte durchsuchten am 3. Juli eine von Berezovska angemietete Wohnung in der Region Frankfurt. Nach Angaben der Ermittler wurde dort Material sichergestellt, das nun forensisch ausgewertet und mit Spuren aus Monaco abgeglichen wird. Zudem wurde ein Fahrzeug mit deutschen Kennzeichen beschlagnahmt, das laut den bisherigen Erkenntnissen im Umfeld der Tat genutzt worden sein könnte. Über den genauen Inhalt der Funde machten die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben.
Die von Interpol veröffentlichte Personenbeschreibung nennt mehrere Tätowierungen sowie Deutschkenntnisse. Auswertungen von Videoaufnahmen und Mautdaten sollen den mutmaßlichen Fluchtweg nachzeichnen: Demnach bewegte sich die Verdächtige zunächst zu Fuß, nutzte anschließend ein Auto und verließ nach der Detonation das Fürstentum über Frankreich. Spuren führten weiter Richtung Italien und schließlich nach Deutschland. Zeugen werden in mehreren Ländern um Hinweise gebeten.
Der zuständige Staatsanwalt in Monaco betonte die technische Ausführung des Sprengsatzes. Er spricht von einer Fernauslösung und Bauteilen, die derzeit in Frankreich kriminaltechnisch untersucht werden. Dies deute auf Planung und Vorbereitung hin; ob Berezovska als Einzeltäterin handelte oder Auftraggeber hatte, ist offen. Auch die Frage, ob das Paket einer bestimmten Person galt, ist Bestandteil der Ermittlungen.
Als mögliches Ziel wurde in Medienberichten der Geschäftsmann Vadym Yermolaiev genannt, der nach Behördenangaben bereits 2023 wegen wirtschaftlicher Verflechtungen in der Krim-Region sanktioniert worden sein soll. Offiziell bestätigt ist diese Einordnung nicht. Monaco verweist darauf, dass sämtliche Sicherheitskräfte mobilisiert wurden und die internationale Zusammenarbeit „sehr aktiv“ laufe.
Für das sonst als sehr sicheres Fürstentum ist der Vorfall außergewöhnlich. Die Ermittler betonen, es gebe derzeit keine Hinweise auf eine anhaltende Gefährdung der Öffentlichkeit im Fürstentum. Die Spurensicherung am Tatort ist abgeschlossen; ergänzende Befragungen und Auswertungen digitaler Daten dauern an. Hinweise können an die örtlichen Polizeidienststellen oder über Interpol-Hinweisportale gemeldet werden.
Quellen
- Euronews
- Le Parisien
- TF1
- Interpol
- Franceinfo