Aktuell · 08.07.2026 10:44
IOC streicht Nordische Kombination aus dem Programm der Winterspiele 2030
Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees hat die Nordische Kombination für die Winterspiele 2030 in den Französischen Alpen aus dem Programm genommen und stattdessen Freeride sowie synchrones Eiskunstlaufen aufgenommen. Verbände und Athletinnen und Athleten…
Lausanne – 08.07.2026: Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat am Dienstag in Lausanne beschlossen, die Nordische Kombination bei den Olympischen Winterspielen 2030 in den Französischen Alpen nicht mehr auszutragen. Stattdessen werden Freeride-Wettbewerbe auf Ski und Snowboard sowie synchrones Eiskunstlaufen neu ins Programm aufgenommen. Die Entscheidung folgt einer Programmprüfung, die das IOC regelmäßig mit Blick auf Reichweite, Ausgewogenheit und Veranstaltungslogistik vornimmt.
Als Begründung nennt das IOC eine zu geringe weltweite Basis, schwache Einschalt- und Besucherzahlen sowie das Ziel, das olympische Programm stärker an junge Zielgruppen und Geschlechterparität auszurichten. Die Aufnahme von Freeride gilt als Signal in Richtung der Freestyle-Community, während das neue Teamformat im Eiskunstlauf zusätzliche Nationen ansprechen soll. Der Parallel-Riesenslalom im Snowboard bleibt vorerst Teil des Programms.
Die Nordische Kombination – traditionell aus Skispringen und Langlauf bestehend – blickt auf eine lange olympische Historie zurück. Internationale und nationale Verbände warnen nun vor Folgen für Förderketten, Stützpunkte und Nachwuchsgewinnung. Der Ski-Weltverband FIS kündigte an, Maßnahmen zu prüfen, um die Disziplin sportlich und strukturell zu stärken. Dabei geht es nach FIS-Angaben um breitere internationale Entwicklung, mehr Wettkampfmöglichkeiten und eine konsequentere Einbindung von Frauen, die bislang bei Olympia in der Nordischen Kombination nicht vertreten waren.
Athletinnen und Athleten reagierten teils erschüttert. Ehemalige Spitzenkräfte wie Olympiasieger Fabrice Guy verweisen darauf, dass die Sichtbarkeit bei Olympia für Sponsoren, Medieninteresse und nationale Budgets entscheidend sei. Ohne diese Plattform drohe die Disziplin an Relevanz zu verlieren. Verbände und Aktive fordern deshalb eine klare Roadmap, um die Anträge für eine mögliche Wiederaufnahme bei späteren Spielen – diskutiert wird 2034 – mit belastbaren Entwicklungsplänen zu untermauern.
Das Organisationskomitee der Französischen Alpen 2030 begrüßte die Aufnahme der spektakulären Freeride-Formate und des neuen Teamwettbewerbs im Eiskunstlauf. Gleichzeitig erwarten Beobachter intensive Gespräche über die Verteilung begrenzter Ressourcen: Fördermittel, Sendezeiten und Weltcup-Kalender müssen mit den neuen Disziplinen abgestimmt werden.
Nach Angaben des IOC basiert die Programmfestlegung auf Empfehlungen der Arbeitsgruppe für das olympische Programm. Verbände können in den kommenden Monaten Stellungnahmen und Aktionspläne einreichen. Formale Einsprüche gegen die Streichung sind nicht angekündigt, doch die FIS signalisiert Gesprächsbereitschaft. Für die Nordische Kombination beginnt damit eine Bewährungsphase: Nur wenn mehr Nationen strukturiert einsteigen und das Interesse sichtbar wächst, könnte die Disziplin mittelfristig eine Rückkehr auf die olympische Bühne erreichen.
Quellen
- L'Equipe
- FIS
- Washington Post
- Eurosport
- Franceinfo