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Aktuell · 25.06.2026 17:32

Island nimmt Walfang nach zweijähriger Pause wieder auf

Nach einer zweijährigen Unterbrechung hat Island den kommerziellen Walfang wieder aufgenommen. Zwei Finnwale wurden bereits erlegt, und die Fangquoten für 2026 sehen die Tötung von bis zu 150 Finnwalen und 168 Zwergwalen vor.

Reykjavík – 25.06.2026: Nach einer zweijährigen Unterbrechung hat Island den kommerziellen Walfang wieder aufgenommen. Zwei Finnwale wurden bereits erlegt, und die Fangquoten für 2026 sehen die Tötung von bis zu 150 Finnwalen und 168 Zwergwalen vor.

Die isländische Walfanggesellschaft Hvalur hf. hat ihre Schiffe für die diesjährige Saison vorbereitet. Am vergangenen Samstag verließen die Walfangschiffe den Hafen von Reykjavík, um die Jagd auf Finnwale wieder aufzunehmen. Ein Aktivist kettete sich an einem der Masten fest, um gegen den Walfang zu protestieren, wurde jedoch von der Polizei abgeführt.

Die Fangquoten für 2026 wurden von Islands Meeresforschungsinstitut Hafrannsóknastofnun und dem Nordatlantischen Meeressäugerrat (NAMMCO) festgelegt. Für Finnwale wurde eine maximale Fangmenge von 150 Tieren empfohlen, aufgeteilt in 116 Tiere im Gebiet Ostgrönland/Westisland und 34 Tiere im Gebiet Ostisland/Färöer. Für Zwergwale liegt die empfohlene Höchstmenge bei 168 Tieren. Diese Empfehlungen stellen einen Rückgang von etwa 28 % für Finnwale und 23 % für Zwergwale im Vergleich zu den vorherigen Quoten dar.

In den vergangenen Jahren war der Walfang in Island aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen und Tierschutzbedenken ausgesetzt worden. Die aktuellen Quoten wurden vorsorglich reduziert, da die Auswertung der Walzählungen von 2024 noch nicht abgeschlossen ist. Die isländische Ministerin für Industrie und Handel, Hanna Katrín Friðriksson, betonte, dass die Genehmigungen für den Walfang auf der Grundlage der Empfehlungen des Meeresforschungsinstituts erteilt werden sollten. Sie räumte jedoch ein, dass die aktuelle Situation nicht ideal sei und ein Gesetzentwurf für ein Verbot des Walfangs im kommenden Winter vorbereitet werde.

Tierschutzorganisationen kritisieren die Wiederaufnahme des Walfangs scharf. Joanna Swabe von der Nichtregierungsorganisation Humane World for Animals bezeichnete es als "zutiefst entmutigend", dass das isländische Walfangschiff den Hafen verlässt, um eine neue Walfangsaison zu beginnen. Sie betonte, dass es keine humane Art gebe, einen Wal zu töten.

Die Wiederaufnahme des Walfangs in Island erfolgt inmitten wachsender politischer Spannungen und anhaltender Kritik am Walfang. Die Fangquoten für 2026 sehen die Tötung von bis zu 150 Finnwalen und 168 Zwergwalen vor. Die Debatte über ein endgültiges Verbot des Walfangs in Island bleibt weiterhin aktuell.

Island ist eines von nur drei Ländern weltweit, neben Norwegen und Japan, das den kommerziellen Walfang weiterhin betreibt. 1992 trat das Land aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) aus, trat jedoch 2002 wieder bei und ignoriert seitdem das weltweite Verbot des kommerziellen Walfangs.

Die Wiederaufnahme des Walfangs in Island hat international für Aufsehen gesorgt und wirft Fragen zum Schutz der Meeresumwelt und zum Umgang mit bedrohten Tierarten auf. Die Diskussion über ein endgültiges Verbot des Walfangs in Island bleibt weiterhin aktuell.

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