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Aktuell · 07.07.2026 00:04

Justiz bestätigt Renvoi: Prozess gegen Franck Elong Abé vor Spezial-Assisen in Paris

Die französische Justiz hat am 6. Juli 2026 den Renvoi von Franck Elong Abé vor die speziell zusammengesetzte Strafkammer in Paris bestätigt. Dem inhaftierten Kameruner wird der Mord an Yvan Colonna in Verbindung mit…

Paris – 06.07.2026: Die französische Justiz hat am Montag den Renvoi von Franck Elong Abé vor die Cour d’assises spéciale de Paris bestätigt. Der inhaftierte Kameruner muss sich demnach wegen Mordes in Verbindung mit einer terroristischen Unternehmung verantworten. Der Beschluss der Ermittlungsrichter vom 23. April 2026, der die Überweisung an die auf Terrorverfahren spezialisierte Kammer vorsah, wurde nach einer eingelegten Beschwerde des Angeklagten nun rechtsmittelgerichtlich bestätigt.

Der Fall geht auf eine Gewalttat am 2. März 2022 in der Justizvollzugsanstalt Arles zurück. Der korsische Aktivist Yvan Colonna wurde in einem Arbeitsraum der Anstalt angegriffen und erlag am 21. März 2022 in einem Krankenhaus in Marseille seinen Verletzungen. Ermittler und Untersuchungsrichter kamen zu dem Ergebnis, dass die Attacke ursächlich für den Tod Colonnas war. Elong Abé bestreitet nach früheren Angaben nicht den tätlichen Angriff, weist jedoch terroristische Motive von sich; über die Einordnung der Tat wird das zuständige Gericht entscheiden.

Die Cour d’assises spéciale verhandelt besonders schutzbedürftige Fälle, häufig mit Terrorbezug. In dieser Formation urteilen Berufsrichter ohne Geschworene; das Parquet national antiterroriste (PNAT) wirkt in den einschlägigen Verfahren als Anklagebehörde mit. Mit der nun bestätigten Überweisung beginnt die Phase der Verfahrensvorbereitung: Akteneinsicht, Beweisanträge und Ladungen werden terminiert. Ein konkreter Verhandlungstermin wurde bislang nicht öffentlich bekannt gegeben.

Die Bestätigung des Renvoi wurde von Anwältinnen und Anwälten der Zivilparteien als erwarteter Schritt im Fortgang des Verfahrens aufgenommen. Sie dringen auf eine zügige, transparente Hauptverhandlung und betonen die Bedeutung einer klaren Beweisaufnahme. Justizkreise verweisen auf die Vertraulichkeit laufender Ermittlungen und die Unschuldsvermutung. Die Verteidigung behält sich weitere Rechtsmittel innerhalb des zulässigen Rahmens bis zum Beginn der Hauptverhandlung vor.

Der Tod Colonnas hatte 2022 auf Korsika und darüber hinaus Proteste ausgelöst und die Debatte über Sicherheit in Haftanstalten sowie den Umgang mit radikalisierten Gefangenen neu entfacht. Das Innenministerium und die Gefängnisverwaltung standen seither unter Druck, Schutzkonzepte, Personaleinsatz und Trennungsmaßnahmen zu überprüfen. In Fachkreisen wird erwartet, dass der Prozess auch organisatorische Fragen der Haftbedingungen und Aufsichtspflichten beleuchten könnte, unabhängig von der strafrechtlichen Bewertung der Tat.

Bis zur Hauptverhandlung bleiben die Akten dem Strafverfahrensgeheimnis unterworfen. Weitere Informationen zu Terminierung und Verfahrensablauf sind von der Staatsanwaltschaft und dem zuständigen Gericht zu gegebener Zeit zu erwarten.

Quellen

  • Franceinfo (RSS)
  • AFP via Mediapart
  • Le Parisien
  • TF1 Info
  • Boursorama

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