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Alle Artikel · 26.01.2025 09:13

Kampf gegen Aufzugsstörungen: Frankreichs Parlament verabschiedet neues Gesetz

Die französische Nationalversammlung hat am Donnerstag, den 23. Januar, einen Gesetzesvorschlag verabschiedet, der Aufzugsausfälle schneller beheben soll – ein Thema, das laut dem Abgeordneten Philippe Brun bisher wenig Beachtung fand, aber für viele Bewohner...

Die französische Nationalversammlung hat am Donnerstag, den 23. Januar, einen Gesetzesvorschlag verabschiedet, der Aufzugsausfälle schneller beheben soll – ein Thema, das laut dem Abgeordneten Philippe Brun bisher wenig Beachtung fand, aber für viele Bewohner von Hochhäusern ein tägliches Problem darstellt. Das neue Gesetz soll eine deutliche Verbesserung der Reaktionszeit und Reparaturfähigkeit gewährleisten.

Ein drängendes Problem: Millionen von Ausfällen pro Jahr

Mit 1,7 Millionen gemeldeten Aufzugsstörungen jährlich in Frankreich und immer längeren Reparaturzeiten sei das Problem nicht mehr zu ignorieren, so Philippe Brun. Besonders in Großstädten, wo viele Menschen in Hochhäusern leben, können defekte Aufzüge den Alltag erheblich erschweren – insbesondere für ältere Menschen, Personen mit Behinderungen oder Familien mit kleinen Kindern.

Brun sprach von einem „alltäglichen Drama“, das für viele zu einem echten „Albtraum“ werden kann, wenn Reparaturen sich über Wochen oder gar Monate ziehen.

Was sieht das Gesetz vor?

Das neue Gesetz enthält mehrere Maßnahmen, um die Situation grundlegend zu verbessern:

  1. Reaktionszeiten begrenzen:
    Unternehmen, die für die Wartung und Reparatur von Aufzügen zuständig sind, müssen künftig innerhalb von zwei Werktagen nach einer Störungsmeldung vor Ort sein.
  2. Verpflichtung zu Ersatzteilen:
    Wartungsfirmen werden verpflichtet, ausreichend Ersatzteile auf Lager zu haben, um die Reparaturen schneller durchführen zu können. Dies soll verhindern, dass Bewohner aufgrund fehlender Bauteile wochenlang auf die Wiederinbetriebnahme ihres Aufzugs warten müssen.
  3. Unterstützung für Menschen mit eingeschränkter Mobilität:
    Immobilienbesitzer müssen sicherstellen, dass Bewohner mit Mobilitätseinschränkungen im Falle eines Aufzugsausfalls Unterstützung erhalten – sei es durch Hilfe bei Einkäufen oder den Zugang zu medizinischer Versorgung.
  4. Strafzahlungen bei Verzögerungen:
    Unternehmen, die die vorgeschriebenen Reparaturzeiten nicht einhalten, werden künftig finanziell sanktioniert. Dabei steigt die Strafe progressiv: 100 Euro pro Tag für die erste Woche, 300 Euro pro Tag nach einer Woche und bis zu 700 Euro pro Tag nach zwei Wochen.

Politische Reaktionen: Zustimmung und Kritik

Das Gesetz wurde in der ersten Lesung mit 93 Stimmen von Abgeordneten der linken Parteien verabschiedet. 17 Abgeordnete, darunter Vertreter des Rassemblement National (RN) und der Mitte-rechts-Partei MoDem, stimmten dagegen. Andere Gruppen, wie „Ensemble pour la République“ und „Horizons“, enthielten sich der Stimme.

Die Ministerin für Wohnungswesen, Valérie Létard, nannte das Gesetz eine „lobenswerte Initiative“, um ein lange vernachlässigtes Problem anzugehen. Sie setzte jedoch durch, dass einige Anpassungen vorgenommen wurden, darunter die bereits erwähnte Staffelung der Strafzahlungen.

Die soziale Dimension des Problems

Das Thema geht weit über technische Herausforderungen hinaus – es betrifft die Lebensqualität und die Würde der betroffenen Bewohner. Insbesondere für Menschen mit Behinderungen, ältere Bewohner und Familien kann ein Aufzugsausfall schnell zu einer großen Belastung werden.

Ein Beispiel: Stellen Sie sich eine ältere Frau im vierten Stock ohne Fahrstuhl vor, die auf einen Rollator angewiesen ist. Was passiert, wenn sie tagelang nicht nach draußen kann? Oder eine junge Mutter mit zwei Kleinkindern, die im zehnten Stock lebt – ohne funktionierenden Aufzug wird jeder Gang nach draußen zur Qual.

Herausforderungen bei der Umsetzung

Obwohl das Gesetz klare Verbesserungen verspricht, stehen noch einige Herausforderungen im Raum. Unternehmen müssen ihre Lagerhaltung und die Logistik anpassen, um die neuen Vorschriften zu erfüllen. Dies könnte zu höheren Wartungskosten führen, die möglicherweise an die Mieter weitergegeben werden.

Zudem bleibt abzuwarten, wie effektiv die Sanktionen durchgesetzt werden können. Ohne strikte Kontrollen könnten einige Unternehmen versucht sein, die neuen Regeln zu umgehen.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Das neue Gesetz ist ein wichtiger Schritt, um die Lebensqualität vieler Menschen in Frankreich zu verbessern. Es sendet eine klare Botschaft: Probleme, die den Alltag der Bürger so stark beeinflussen, verdienen Aufmerksamkeit – auch wenn sie nicht im Rampenlicht stehen.

Die Herausforderung wird nun darin liegen, die Maßnahmen konsequent umzusetzen und sicherzustellen, dass sie den gewünschten Effekt erzielen. Denn eines ist sicher: Für die Bewohner von Hochhäusern ist ein funktionierender Aufzug keine Luxusfrage, sondern eine Notwendigkeit.

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