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Aktuell · 19.07.2026 19:31

Katze nach Erdbeben aus Trümmern in Venezuela gerettet

In Caraballeda im schwer getroffenen Bundesstaat La Guaira haben Helfer eine geschwächte Katze aus den Ruinen eines eingestürzten Wohnhauses gerettet. Die Suche nach Opfern des Doppelbebens vom 24. Juni dauert weiter an.

Caraballeda – 19.07.2026: Rettungskräfte haben in der venezolanischen Küstenstadt Caraballeda eine geschwächte Katze aus den Trümmern eines beim Doppelbeben zerstörten Wohnhauses gerettet. Der Fund gelang in dem Gebäude OPP 26, in dem nach Angaben von Journalisten und Helfern zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Die Einsatzkräfte suchen dort weiterhin nach Opfern und räumen die Ruinen schrittweise.

Der Student Andres Carvajal von der Zentraluniversität Venezuelas war mit einer Gruppe vor Ort, die im Erdgeschoss des eingestürzten Hauses nach vermissten Angehörigen suchte. Ein Begleiter bemerkte das Tier, das jedoch erschrak und tiefer in das zerstörte Gebäude lief. Carvajal besorgte Katzenfutter, legte seinen Handschuh ab und konnte die Katze damit aus ihrem Versteck locken.

Nach der Bergung wurde das schwarz gefärbte Tier an Helfer übergeben. Veterinäre versorgten es an einem provisorischen Stand vor den zerstörten Häusern, reinigten sein sta믭ecktes Fell und behandelten die Folgen der Dehydrierung. Anschließend sollte die Katze in eine Unterkunft für Tiere gebracht werden. Ob sie seit dem Erdbeben am 24. Juni eingeschlossen war oder später in die Ruine gelangte, ist nicht geklärt.

Die Rettung ereignete sich mehr als drei Wochen nach den zwei schweren Erdstößen, die Nordvenezuela am 24. Juni im Abstand von 39 Sekunden trafen. Die Beben erreichten nach offiziellen Angaben die Magnituden 7,2 und 7,5. Besonders schwer betroffen ist der Bundesstaat La Guaira mit den Orten Caraballeda, Catia La Mar und Urimare.

Nach dem jüngsten von der venezolanischen Nationalversammlung veröffentlichten Stand kamen bei der Katastrophe mindestens 5.069 Menschen ums Leben; 16.740 weitere wurden verletzt. Fast 17.900 Menschen sind demnach ohne feste Unterkunft. Die Behörden erklärten zudem, mehr als 128.000 betroffene Familien seien registriert worden. Die Opferzahl kann sich weiter verändern, weil die Bergungsarbeiten in zerstörten Gebäuden fortgesetzt werden.

Bereits Anfang Juli hatte sich der Schwerpunkt der Einsätze nach Angaben der Nachrichtenagentur EFE von der Suche nach Überlebenden auf die Bergung von Toten und die Räumung großer Trümmermengen verlagert. In den am stärksten beschädigten Zonen von La Guaira wurden nach einer ersten Einschätzung des UN-Entwicklungsprogramms mehr als eine Million Tonnen Schutt erwartet.

Die Rettung der Katze ändert nichts an der Dimension der humanitären Lage, steht jedoch für die weiterhin andauernde Arbeit professioneller und freiwilliger Einsatzgruppen in Caraballeda. Carvajal und weitere Studierende gründeten nach dem Beben die Initiative Pico y Pala. Zunächst suchten sie nach einer vermissten Kommilitonin in Caracas; inzwischen unterstützen sie auch Einsätze im Bundesstaat La Guaira.

Quellen

  • AFP über Médias24
  • Agencia EFE
  • Franceinfo

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