Aktuell · 21.07.2026 17:30
KI-Einsatz in Frankreichs Unternehmen steigt 2025 auf 18 Prozent
18 Prozent der in Frankreich ansässigen Unternehmen nutzten 2025 mindestens eine Technologie der künstlichen Intelligenz. Das geht aus einer am 21. Juli veröffentlichten Insee-Erhebung hervor. Gegenüber 2023 hat sich der Anteil damit verdreifacht.
Paris – 21.07.2026: Der Einsatz künstlicher Intelligenz in Unternehmen in Frankreich hat deutlich zugenommen. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung des nationalen Statistikamts Insee verwendeten 2025 rund 18 Prozent der befragten Unternehmen mindestens eine KI-Technologie. Damit hat sich der Anteil gegenüber 2023, als er bei etwa sechs Prozent lag, innerhalb von zwei Jahren verdreifacht.
Die Zahlen zeigen eine beschleunigte Verbreitung digitaler Werkzeuge in der Wirtschaft. Gemeint sind dabei nicht allein dialogbasierte Programme, sondern unterschiedliche Anwendungen, die etwa Texte oder Daten auswerten, Muster erkennen, Prozesse automatisieren oder Entscheidungen vorbereiten können. Die Erhebung erfasst damit den betrieblichen Einsatz von KI in einem breiteren Sinn als die Nutzung einzelner öffentlich bekannter Anwendungen.
Nach Angaben des Insee hängt die Verbreitung besonders stark von der Unternehmensgröße ab. Größere Unternehmen verfügen häufiger über spezialisierte Beschäftigte, IT-Budgets und eigene Datenbestände. Sie können neue Software zudem eher in bestehende Verwaltungs-, Produktions- oder Vertriebsabläufe einbinden. Kleinere Firmen stoßen dagegen häufiger auf finanzielle, technische oder personelle Hürden bei Einführung und Betrieb solcher Systeme.
Auch die Branche ist entscheidend. Unternehmen aus informations- und kommunikationsnahen Bereichen setzen KI deutlich häufiger ein als Betriebe in anderen Wirtschaftszweigen. Dort gehört die Verarbeitung großer Datenmengen vielfach zum Geschäftsmodell. In Branchen mit weniger digitalisierten Arbeitsabläufen oder geringeren Investitionsspielräumen verläuft die Einführung dagegen langsamer.
Die jüngsten Ergebnisse sind nicht unmittelbar mit jeder früheren Statistik gleichzusetzen, weil Umfang und methodische Abgrenzung der jeweiligen Erhebungen beachtet werden müssen. Die Insee-Befragung zu Informations- und Kommunikationstechnologien richtet sich an Unternehmen bestimmter überwiegend marktbestimmter Wirtschaftsbereiche. Landwirtschaft, Finanz- und Versicherungssektor sowie Teile des öffentlichen Bereichs gehören nicht zum Kernbereich dieser Untersuchung.
Für die Wirtschaftspolitik unterstreicht der Befund die Bedeutung von Qualifizierung und Investitionen in digitale Infrastruktur. Mit der stärkeren Nutzung wächst zugleich der Bedarf an Fachkräften, klaren Regeln zum Datenschutz und Verfahren zur Kontrolle automatisierter Entscheidungen. Unternehmen müssen prüfen, ob eingesetzte Systeme zuverlässig arbeiten, geschäftliche Informationen schützen und geltende europäische Vorgaben erfüllen.
Die Daten liefern vor allem eine Bestandsaufnahme für 2025. Sie sagen nicht automatisch aus, in welchem Umfang KI bereits die Produktivität oder Beschäftigung verändert. Dennoch weist der starke Anstieg darauf hin, dass künstliche Intelligenz in Frankreichs Unternehmen zunehmend von einem Spezialthema zu einem praktischen Instrument für Verwaltung, Kundenkontakte, Analyse und betriebliche Abläufe wird.
Quellen
- Insee: Erhebung zu Informations- und Kommunikationstechnologien in Unternehmen 2025
- Franceinfo: Bericht zur Veröffentlichung der Insee-Ergebnisse