Aktuell · 13.07.2026 16:46
Klassik unter dem Eiffelturm: Das Concert de Paris eröffnet den Nationalfeiertag
Am 13. Juli versammelt das Concert de Paris am Champ-de-Mars internationale Solisten, das Orchestre National de France und die Ensembles von Radio France. Nach dem Freiluftkonzert folgt das Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag.
Paris – 13.07.2026: Wenn am Champ-de-Mars der Abend langsam über den Eiffelturm sinkt, erhält die Hauptstadt ihre vielleicht schönste Freiluftbühne des Sommers. Das Concert de Paris bringt am Montagabend internationale Stimmen und Instrumentalsolisten mit den großen Klangkörpern von Radio France zusammen. Der Eintritt ist frei, eine Reservierung ist nicht erforderlich; das Publikum versammelt sich unmittelbar zu Füßen des Wahrzeichens.
Dem Hauptkonzert um 21 Uhr geht bereits um 20 Uhr ein Auftritt der Maîtrise de Radio France voraus. Der traditionsreiche Nachwuchschor feiert in diesem Jahr sein achtzigjähriges Bestehen. Dass junge Stimmen den Abend eröffnen, ist mehr als ein hübscher Prolog: Es erinnert daran, dass dieses Ereignis den klassischen Betrieb nicht als geschlossenen Zirkel versteht, sondern als öffentliche Angelegenheit unter offenem Himmel.
Die vierzehnte Ausgabe des Concert de Paris steht unter der musikalischen Leitung des britischen Dirigenten Daniel Harding. Mit dem Orchestre National de France musizieren der Choeur de Radio France und die Maîtrise de Radio France. Erwartet werden unter anderem die Sopranistin Corinne Winters, die Mezzosopranistinnen Marina Viotti und Farrah El-Dibany sowie der polnische Countertenor Jakub Jozef Orlinski und der amerikanische Tenor Lawrence Brownlee.
Auch die Instrumentalbesetzung liest sich wie ein kleines Panorama der gegenwärtigen Klassikszene. Der Geiger Daniel Lozakovich, der Cellist Gautier Capucon, die Pianisten Hayato Sumino und Masaya Kamei sowie die Schlagzeugerin Adelaide Ferriere sind angekündigt. Gerade diese Mischung aus vertrauten Namen und jüngeren Künstlern gibt dem Konzert seinen besonderen Ton: Es setzt auf Virtuosität, ohne sich in feierlicher Steifheit einzurichten.
Übertragen wird der Abend live auf France 2 und bei France Inter. Zugleich übernimmt die Europäische Rundfunkunion die Ausstrahlung für Sender in mehr als siebzig Ländern. So wird aus dem Pariser Platzkonzert ein internationaler Fernsehmoment, dessen Größe nicht allein in der Kulisse liegt. Millionen können verfolgen, wie sich Orchesterklang, Chorstimmen und die nächtliche Stadt gegenseitig Raum geben.
Das Concert de Paris wurde eigens auf den Vorabend des französischen Nationalfeiertags vorgezogen. Nach dem musikalischen Programm folgt das Feuerwerk der Stadt Paris. Diese Verbindung aus klassischem Repertoire, öffentlichem Fest und pyrotechnischem Finale gehört längst zur Choreographie des 14. Juli: Die Republik zeigt sich hier nicht nur in Symbolen, sondern auch als gemeinsamer Hörraum.
Für die Besucherinnen und Besucher am Champ-de-Mars dürfte es ein Abend zwischen Gedränge, gespannter Stille und großem Klang werden. Dass klassische Musik dabei keineswegs geschniegelt auftreten muss, sondern mitten in der Stadt ihr Publikum findet, ist die stille Pointe dieses Formats. Der Eiffelturm bleibt Kulisse, doch für einige Stunden darf er auch als Resonanzkörper von Paris gelten.
Quellen
- Maison de la Radio et de la Musique
- Franceinfo