SAMSTAG, 18. JULI 2026 Anmelden / Beitreten Mitgliedskonto
Zurück

Aktuell · 18.07.2026 19:15

Knochenfund im Fall Jubillar: Ermittler warten auf DNA-Ergebnis

Nach Hinweisen von Cédric Jubillar wurden in einem Feld bei Mailhoc im Tarn Knochen gefunden. Die forensische Identifizierung läuft; erst sie kann klären, ob die Überreste Delphine Aussaguel zuzuordnen sind.

Mailhoc – 18.07.2026: In einem abgelegenen Feld im Norden des Departements Tarn ist ein Fall, der Frankreich seit Jahren beschäftigt, plötzlich wieder sehr konkret geworden. Nach Angaben der Justiz fanden Gendarmen am 16. Juli Knochen an einem Ort, den Cédric Jubillar den Ermittlern gezeigt hatte. Ob die Überreste von Delphine Aussaguel stammen, ist jedoch weiterhin nicht bestätigt.

Die Fundstelle liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Mailhoc, unweit von Cagnac-les-Mines, wo Delphine Aussaguel und Cédric Jubillar lebten. Die Untersuchungen vor Ort wurden am Freitag, 17. Juli, beendet. Gegenstand der Suche waren mögliche menschliche Überreste und weitere Spuren. Das Gelände wurde nach den neuen Angaben des Verurteilten mit erheblichem Polizeiaufgebot abgesucht.

Nicolas Jacquet, Generalstaatsanwalt am Berufungsgericht Toulouse, hatte mitgeteilt, Jubillar habe bei einer Anhörung am 15. Juli seine Verantwortung für den Tod von Delphine Aussaguel eingeräumt und angeboten, die Ermittler zum Ablageort zu führen. Am folgenden Tag wurde er aus der Haft zu den Suchmaßnahmen im Tarn gebracht. Die Angaben werden nun kriminaltechnisch überprüft.

Die geborgenen Spuren wurden zum Forschungsinstitut der französischen Gendarmerie, IRCGN, nach Pontoise gebracht. Dort sollen DNA- und rechtsmedizinische Untersuchungen zunächst die Identität klären. Auch die Frage, ob sich nach mehr als fünfeinhalb Jahren noch Aussagen zur Todesursache treffen lassen, gehört zum Prüfauftrag. Die Behörden haben dazu bislang kein Ergebnis veröffentlicht.

Delphine Aussaguel, Krankenpflegerin und Mutter zweier Kinder, war in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2020 verschwunden. Ihr Leichnam war während der Ermittlungen und des ersten Prozesses nicht gefunden worden. Cédric Jubillar wurde am 17. Oktober 2025 vom Schwurgericht des Tarn wegen Mordes zu 30 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Gegen dieses Urteil hat er Berufung eingelegt.

Der Berufungsprozess ist nach bisherigem Stand für den Zeitraum vom 21. September bis 16. Oktober 2026 in Toulouse angesetzt. Die neuen Erkenntnisse können für das Verfahren bedeutsam werden, ersetzen aber weder die forensische Auswertung noch die erneute gerichtliche Würdigung. Eine rechtskräftige Entscheidung liegt wegen des laufenden Berufungsverfahrens noch nicht vor.

Für die Angehörigen von Delphine Aussaguel bedeutet der Fund vor allem die Aussicht auf Gewissheit nach langen Jahren des Wartens. Zugleich mahnt der aktuelle Ermittlungsstand zur Zurückhaltung: Die Knochen sind noch nicht identifiziert. Erst die Laborergebnisse werden beantworten können, ob die Suche bei Mailhoc tatsächlich den entscheidenden Beleg in diesem Verfahren erbracht hat.

Quellen

  • Le Monde
  • TF1 Info
  • Cour d'appel de Toulouse

Nachrichten per E-Mail erhalten

Mit dem kostenlosen Mitgliedskonto von France Premium legen Sie fest, welche Hinweise Sie per E-Mail bekommen möchten: sofort bei wichtigen Meldungen oder als ruhige Tageszusammenfassung.

  • News und Tageszeitung nach Ihren Interessen
  • Wetter- und Verkehrshinweise für gewählte Regionen
  • Fußball-Liveereignisse zu ausgewählten Teams
  • Rezepte, Kultur, Veranstaltungen und Premium-Hinweise
Newsletter bestellen

Die Anmeldung ist kostenlos. Sie können Ihre Auswahl jederzeit im Mitgliedskonto ändern oder abbestellen.