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Alle Artikel · 19.03.2025 06:14

Kopftuch im Sport: Politischer Schlagabtausch in Frankreichs Regierung

Die Diskussion um das Tragen des Kopftuchs im Sport sorgt in der französischen Regierung für Spannungen. Justizminister Gérald Darmanin geht auf Konfrontationskurs und stellt seine Zugehörigkeit zum Kabinett von Premierminister François Bayrou infrage, sollte...

Die Diskussion um das Tragen des Kopftuchs im Sport sorgt in der französischen Regierung für Spannungen. Justizminister Gérald Darmanin geht auf Konfrontationskurs und stellt seine Zugehörigkeit zum Kabinett von Premierminister François Bayrou infrage, sollte dieser in der Frage nachgeben.

Darmanin droht mit Konsequenzen

"Wenn wir Marine Le Pen die alleinige Verteidigung der Laizität überlassen wollen, dann machen wir gerade genau das Richtige", erklärte Darmanin am 18. März gegenüber Le Parisien. Sollte die Regierung das Tragen des Kopftuchs in Sportverbänden erlauben, gäbe es ein Problem – so seine klare Ansage. "Wir können nicht in einer Regierung bleiben, die in dieser Frage einknickt. Daran werde ich mich nicht beteiligen", betonte er.

Droht er also mit Rücktritt? Sein Umfeld wiegelt ab: Darmanin sei grundsätzlich gegen das Kopftuch im Sport – eine feste Überzeugung, die respektiert werden müsse. Ein Rücktritt stehe jedoch nicht unmittelbar zur Debatte, solange die Regierung die bestehende Regelung nicht infrage stelle.

Widersprüche in der Regierung

Die Debatte innerhalb der französischen Regierung ist inzwischen öffentlich entbrannt. Auslöser war eine Aussage der Sportministerin Marie Barsacq vor der Nationalversammlung. Sie warnte davor, das Tragen des Kopftuchs mit Radikalisierung gleichzusetzen, und bezeichnete es ausdrücklich nicht als "subversiven Akt".

Ihre Worte stehen im Gegensatz zu einem Gesetzentwurf der konservativen Republikaner, der am 18. Februar vom Senat verabschiedet wurde und mit Unterstützung des Innenministeriums ein Kopftuchverbot für Sportwettkämpfe vorsieht. Nun liegt der Text zur Abstimmung in der Nationalversammlung.

Während Darmanin und der konservative Senator Bruno Retailleau scharfe Kritik an Barsacqs Position äußerten, wurde sie von anderen Kabinettsmitgliedern verteidigt. Bildungsministerin Élisabeth Borne etwa berief sich auf eine Entscheidung des Staatsrats und erklärte, dass die Sportverbände selbst über ihre internen Regeln entscheiden müssten.

Einheitliche Linie oder internes Chaos?

Die Ministerin für Antidiskriminierung, Aurore Bergé, bemühte sich am Dienstag um Schadensbegrenzung. Vor dem Parlament betonte sie, dass es "nur eine Linie innerhalb der Regierung" gebe: Keine auffälligen religiösen Symbole im Wettkampfsport. Die Regierung stehe hinter dem Gesetzesentwurf, der genau dies festlege.

Doch wie einheitlich ist diese Linie wirklich? Während sich die politische Führung Frankreichs uneins ist, bleibt die Frage brisant – nicht nur für die Minister, sondern auch für die bevorstehenden politischen Weichenstellungen des Landes.

Von Catherine H.

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