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Alle Artikel · 31.03.2025 11:32

Le Pen verurteilt – und Moskau protestiert: Ein Urteil mit geopolitischer Sprengkraft

Die Verurteilung von Marine Le Pen wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder hat nicht nur in Frankreich für Schlagzeilen gesorgt. Der politische Nachhall reicht bis nach Moskau – und wirft erneut ein Licht auf die heiklen...

Die Verurteilung von Marine Le Pen wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder hat nicht nur in Frankreich für Schlagzeilen gesorgt. Der politische Nachhall reicht bis nach Moskau – und wirft erneut ein Licht auf die heiklen Verbindungen zwischen der französischen Rechten und dem Kreml.

Vier Jahre Gefängnis, davon zwei zur Bewährung, eine Geldstrafe von 100.000 Euro und fünf Jahre politische In­eli­gi­bi­li­tät – sofort wirksam. Dieses Urteil des Pariser Gerichts gegen die Vorsitzende der RN-Fraktion ist ein politisches Erdbeben. Ein Urteil, das weit über die Grenzen Frankreichs hinaus Wellen schlägt.

Wenige Stunden nach der Urteilsverkündung meldete sich der Kreml. Sprecher Dmitri Peskow ließ wissen, dass man in Moskau „besorgt“ sei. Er sprach von einem „Verstoß gegen demokratische Normen“ und warf europäischen Hauptstädten vor, sich zunehmend „auf diesem Weg“ zu bewegen.

Was auf den ersten Blick wie ein überraschender Kommentar wirkt, offenbart bei genauerem Hinsehen tiefe ideologische und historische Verflechtungen – und wirft unangenehme Fragen auf.

Die Verbindungen zwischen Le Pen und Russland sind kein Geheimnis.

Seit ihrer Übernahme des Front National im Jahr 2011 – der später in Rassemblement National umbenannt wurde – zeigte sie sich immer wieder russlandfreundlich. Ihre Bewunderung für Präsident Wladimir Putin äußerte sie öffentlich. 2017 besuchte sie ihn in Moskau. Bereits 2014 unterstützte sie die russische Annexion der Krim und sprach sich gegen EU-Sanktionen aus.

Auch finanziell gab es Annäherungen: 2014 erhielt der Front National ein Darlehen in Höhe von neun Millionen Euro von einer russischen Bank – zu einer Zeit, als französische Banken dem rechten Lager die kalte Schulter zeigten. Kritiker warfen ihr damals eine politische Abhängigkeit von Moskau vor.

Und heute?

Die Verurteilung Le Pens fällt in eine Phase, in der der Einfluss Russlands auf europäische Rechtspopulisten zunehmend unter Beobachtung steht. Parteien wie die AfD in Deutschland, die FPÖ in Österreich oder die Lega in Italien sympathisierten offen mit Putins Kurs – besonders in der Ukrainefrage und in der Ablehnung westlicher Sanktionen. Im Gegenzug gab es laut Berichten politische Rückendeckung oder zumindest wohlwollende Rhetorik aus Russland.

Der Fall Le Pen wird nun als Symbolfall gelesen: Eine politische Figur, die jahrelang mit einem autoritären Regime sympathisierte, steht wegen Machtmissbrauchs vor Gericht – und Russland springt ihr zur Seite.

Ein Zufall?

Kaum. Vielmehr verdeutlicht dieser Moment, wie eng die Verflechtungen zwischen Moskau und Europas rechter Szene inzwischen sind – ideologisch, finanziell und strategisch.

Und jetzt, da Marine Le Pen voraussichtlich 2027 nicht zur Präsidentschaftswahl antreten kann, wird im RN bereits über die Nachfolge spekuliert. Jordan Bardella, der junge und ehrgeizige Parteichef, hat sich längst in Stellung gebracht. Er bezeichnete das Urteil als „Angriff auf die Demokratie“. Eine Rhetorik, die nicht nur in Paris, sondern auch in Moskau gut ankommt.

Ein Urteil, das also nicht nur juristische, sondern auch geopolitische Dimensionen hat.

Von C. Hatty

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