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Aktuell · 27.06.2026 12:25

Libanon und Israel unterzeichnen Rahmenabkommen in Washington

Am 26. Juni 2026 unterzeichneten Israel und der Libanon in Washington ein von den USA vermitteltes Rahmenabkommen, das den Weg für einen dauerhaften Frieden ebnen soll. Die Hisbollah lehnt das Abkommen jedoch ab und…

Washington – 27.06.2026: Am 26. Juni 2026 unterzeichneten Israel und der Libanon in Washington ein von den USA vermitteltes Rahmenabkommen, das den Weg für einen dauerhaften Frieden zwischen beiden Staaten ebnen soll. US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Vereinbarung als einen "ersten Schritt" in Richtung langfristiger Sicherheit in der Region.

Kern des Abkommens ist die schrittweise Übernahme der Kontrolle über zwei "Pilotzonen" im Süden des Libanon durch die libanesischen Streitkräfte. Diese Gebiete sind derzeit noch Teil der umstrittenen Grenzregion und werden von israelischen Militärs kontrolliert. Ziel ist es, dass die libanesischen Kräfte dort die Entwaffnung der Hisbollah vorantreiben und den Wiederaufbau der Infrastruktur ermöglichen. Perspektivisch soll dieser Prozess ausgeweitet werden, bis die libanesische Armee die vollständige Kontrolle über alle von Israel beanspruchten Gebiete im Süden übernimmt.

Die Hisbollah lehnt das Abkommen strikt ab. Ein Sprecher warnte, dass das Abkommen ohne ihre Zustimmung nicht umgesetzt werden könne, da dies einen Bürgerkrieg im Libanon auslösen würde. Die Bewegung selbst ist im Libanon neben der Regierungsarmee eine bedeutende politische und militärische Kraft. Israel unterstreicht hingegen, dass seine militärische Präsenz in der Region so lange aufrechterhalten bleibt, bis die Hisbollah vollständig entwaffnet ist. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu betrachtete die Vereinbarung als "großen Erfolg" und betonte die Notwendigkeit, den Einfluss der Hisbollah zu neutralisieren.

Auf libanesischer Seite wird das Abkommen als ein wichtiger Schritt zur Wiederherstellung der nationalen Souveränität angesehen. Dabei berufen sich die libanesischen Führer auf das Taif-Abkommen von 1989, das den Bürgerkrieg im Libanon beendete, sowie auf Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Die USA kündigten finanzielle Unterstützung sowohl für den Wiederaufbau als auch für die Stärkung der libanesischen Streitkräfte an, um die Umsetzung des Abkommens zu unterstützen.

Trotz der Vereinbarung kam es unmittelbar nach der Unterzeichnung zu israelischen Luftangriffen nahe der libanesischen Grenze, was Zweifel an der baldigen Umsetzung des Abkommens nährt. Experten warnen zudem, dass das Rahmenabkommen zwar kurzfristig Spannungen reduzieren kann, langfristig aber nicht ausreicht, um die komplexen Sicherheitsprobleme zu lösen. Der anhaltende Einfluss der Hisbollah sowie die tief verwurzelten politischen Konflikte erschweren eine nachhaltige Stabilisierung.

Das Abkommen wurde in Anwesenheit von US-Außenminister Marco Rubio, dem israelischen Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, und der libanesischen Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh, unterzeichnet. Die internationale Gemeinschaft verfolgt die Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit und hofft auf Fortschritte bei der Beilegung des seit Jahrzehnten schwelenden Konflikts zwischen Israel und dem Libanon.

Quellen

  • Le Monde
  • AP News
  • El País

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